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STEYR/STEYR-LAND. Endlich zur Tat schreiten, fordern die Grünen in Sachen Radverkehr für die Region. Maßnahmenvorschläge von Experten liegen auf dem Tisch, jetzt gehe es um ein engagiertes Umsetzen in den Gemeinden.

Die Grünen beim Lokalaugenschein: (v. li.) Michael Zachl (Garsten), Kurt Prack (Steyr), Lukas Reiter, Martin Ettinger, Stefan Kaineder (alle Dietach), Reinhard Kaufmann (Steyr)

Zwei Jahre lang arbeitete eine gemischte Arbeitsgruppe aus Verkehrsexperten und politischen Vertretern an Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs im Großraum Steyr. Ziel dieses von der Europäischen Union mitfinanzierten Projektes ist es, den Rad- und Fußverkehr gemeindeübergreifend zu verbessern. Dafür werden aus dem EFES-Programm 700.000 Euro zur Verfügung gestellt, weitere 700.000 Euro müssen von den Gemeinden aufgebracht werden.

100 Vorschläge

Jetzt liegen die ersten Maßnahmenvorschläge vor: An die hundert kleinere und größere Verbesserungen sollen den Radverkehr in der Stadt Steyr und ins Umland attraktiver machen. So schlagen die Experten ein regionales Radorientierungssystem für die Region Steyr vor. Für jede der an der Steyr-Umland-Kooperation beteiligten Gemeinden wurden detaillierte Maßnahmen ausgearbeitet: Radwege und -streifen, Querungshilfen, Radabstellanlagen und vieles mehr.

Umsetzung in Warteschleife

„Doch an der Umsetzung hakt es gewaltig“, sagt Stefan Kaineder, Landtagsabgeordneter und Bezirkssprecher der Grünen aus Dietach. Die Grünen sehen es prinzipiell positiv, dass im Rahmen des Programms der untere Schiffsmeisterweg zwischen Garstner Bad und Steyrer Neutor neu asphaltiert und die Wegbeleuchtung vervollständigt wird. Anstatt jedoch weitere Maßnahmen für den Radverkehr in Steyr und in den Umlandgemeinden zu finanzieren, würden aus den EU-Mitteln zwei Motorikparks (Wolfern und Steyrer Stadtgut) sowie die Neupflasterung des Steyrer Stadtplatzes mitfinanziert.

„Wie kann es sein, dass mit der Fördersumme von 700.000 Euro nur maximal drei Projekte verwirklicht werden können“, fragt Lukas Reiter Ausschussobmann für Umwelt, Energie und Integration und Radfahrbeauftragter der Gemeinde Dietach.  „Wir fordern neben der Umsetzung auch maximale Transparenz, wofür das Geld verwendet wird“, so Reiter.

Klimakrise nicht ignorieren

„Obwohl wir die Auswirkungen der Klimakrise gerade im vergangenen Sommer hautnah gespürt haben und die Bundesregierung eine Verdopplung des Radverkehrs fordern, kommen die Gemeinden nicht in die Gänge. Radfahren muss ungefährlicher und bequemer werden. Die Gemeinden müssen dafür die Maßnahmen setzen und das nötige Geld zur Verfügung stellen“, so die Grünen unisono.

Überregionale Radwege

Der Obmann der Grünen Gemeinderatsfraktion in Steyr Kurt Prack fordert vehement ein Radverkehrsnetz in die Steyrer Umlandgemeinden. „Die Lücken beim Radweg nach Dietach müssen geschlossen werden und wir brauchen dringend eine Radverbindung zwischen Steyr und Wolfern. Die Sanierung des Stadtplatzes entspricht nicht der Intention der EU, den regionalen Rad- und Fußgängerverkehr von Steyr und dem Umland zu fördern.“

Aufholbedarf in Sierning

„Wir brauchen eine sichere und alltagstaugliche Radwegverbindung nach Steyr“, sagt Martin Ettinger, Fraktionssprecher in Sierning. Die Lücke zwischen der Gründberg-Siedlung und der Himmlitzer Au auf Höhe der Firma BMD müsse geschlossen werden. „Da die von der Arbeitsgruppe ausgearbeitete Variante an der B122 für die Gemeinde Sierning nicht leistbar ist, ist es höchste Zeit, eine Alternativroute zu finden, die es ermöglicht, ohne Umwege und viele Höhenmeter den Arbeitsplatz oder die Schule in Steyr mit dem Fahrrad zu erreichen.“

Der Sprecher der Grünen Sierning bekräftigt: „Das Thema brennt der Bevölkerung unter den Nägeln, das merken wir immer wieder in Gesprächen mit den Bürgern. Hier muss sich dringend etwas bewegen. Schließlich haben auch alle Parteien vor der letzten Wahl 2015 versprochen, sich für Radwege einzusetzen. Bislang ist jedoch nichts geschehen, die Hoffnungen ruhten auf der Stadt-Umland-Kooperation. Wir fordern, dass 2019 eine Projektgruppe eine mögliche Radroute nach Steyr ausarbeitet, die dann sukzessive in den nächsten Jahren umgesetzt wird. Das wird auch nicht ohne Umschichtungen im Gemeindebudget gehen.“

Ähnliche Forderungen für Garsten

Michael Zachl, Fraktionsobmann der Grünen Garsten, freut sich zwar, dass der Radweg am Unteren Schiffweg saniert und beleuchtet werden soll: „Das ist auch 'mein Weg' nach Steyr. Er wird auch von sehr vielen Fußgänger und Läufern frequentiert, die eine abendliche Beleuchtung sehr schätzen werden.“ Leider sei allerdings ab dem Kraftwerk Garsten der Fuß- und Radweg zu Ende.

Kritisch sieht Zachl generell das bestehende Radwegenetz in Garsten. Beispiel: „Am rechten Ennsufer gibt es zwar den Weg bis kurz vor dem Hotel Eckhard, der aber kein Radweg ist. Spätestens unterhalb des Hotels ist auch dieser dann zu Ende.“ Der Aufstieg zur Eisenbundesstraße wolle mit dem Fahrrad erst einmal bewältigt werden. Danach lande man auf der B115 - ohne Radweg.


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