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SPÖ fordert Landesenquete zu MAN: „Es geht auch um Jobs aus der regionalen Wirtschaft"

Anna Stadler, 12.10.2020 17:32

OÖ/STEYR. Kritik übt die SPÖ an den bisherigen Maßnahmen der ÖVP die Schließung des MAN-Werks in Steyr - mit allen Folgen für die regionale Wirtschaft - zu verhindern. Sie bringt daher nun einen Antrag auf eine Arbeitsplatz-Oberösterreich Enquete ein.

Schaller und Gerstrofer (Foto: MecGreenie Production OG)
Schaller und Gerstrofer (Foto: MecGreenie Production OG)

„In der aktuellen Corona-Krise herrscht am Arbeitsmarkt jetzt schon Ausnahmezustand“, so SPÖ-Vorsitzende Birgit Gerstorfer, die einmal mehr auf einen überparteilichen Schulterschluss zur Rettung der heimischen Arbeitsplätze drängt. Die volle Tragweite der Arbeitsplatzverluste sei noch gar nicht erkennbar. Wichtige Leitbetriebe wie FACC im Innviertel müssen – weil die Luftfahrtindustrie eingebrochen ist – Mitarbeiter abbauen. Ein europäischer Billiglohn-Konkurrrenzkampf, „der offenbar auch das Motiv ist, warum der MAN-Standort in Steyr in Diskussion steht“, sei hier nur kontraproduktiv. „Wir brauchen dazu verbündete. Wir brauchen dazu Allianzen mit anderen Ländern.“ So zum Beispiel mit Sachsen, wo ebenfalls MAN-Mitarbeiter um den Erhalt ihres Werkes kämpfen.

Viele regionale Jobs gefährdet

Oberösterreich müsse zusammenstehen und alle politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten ausloten, um die Arbeitsplätze in unserem Bundesland zu erhalten. Denn tatsächlich ist die Gefahr noch größer, als sie auf den ersten Blick erscheint. „Es geht auch um Jobs aus der regionalen Wirtschaft. Unmittelbar am MAN-Werk-Steyr hängen zahlreiche Zulieferbetriebe und auch für die regionale Wirtschaft ist das LKW-Werk hochrelevant, bis hin zur Lehrlingsausbildung für ZF-Steyr und BMW-Steyr“, weiß Hans Karl Schaller, Industriesprecher der SPÖ.

„Nun kündigt die Unternehmensleitung, unter Berufung auf eine Schlechtwetterklausel, den Vertrag einseitig auf.“ Dabei habe der Standort Steyr noch im Vorjahr 20 Millionen Euro Gewinn nach München abgeliefert. „Für mich heißt das ganz klar, MAN Steyr ist wetterfest“, empört sich Schaller.

Arbeitsplatz-Oberösterreich Enquete

„Wir wollen nicht länger zusehen“, erklären Gerstorfer und Schaller den Schritt, am Donnerstag eine Enquete zu beantragen mit dem Ziel, oberösterreichische Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen. Bei dieser Veranstaltung sollen insbesondere alle Maßnahmen zur Rettung des MAN-Werks am Standort Steyr erörtert werden. Dazu sind die Eigentümervertreter und das Management der Firma MAN ebenso wie die Belegschaftsvertreter und Vertreter des Standorts Steyr einzuladen.

Darüber hinaus sollen die politischen Entscheidungsträger für Wirtschafts- und Arbeitsmarktfragen bei der österreichischen Bundesregierung und die für die Ausprägung der Niederlassungsfreiheit zuständigen Vertreter der EU-Kommission an der Enquete teilnehmen. Zusätzlich sind die Spitzen der oberösterreichischen Sozialpartner und - wie bei einer Landtagsenquete selbstverständlich - die Spitzen der im Oö. Landtag vertretenen Fraktionen beizuziehen.

Duchführung so bald wie möglich

Um keine weitere Zeit zu verlieren, soll diese Arbeitsplatz-Oberösterreich-Enquete jedenfalls noch 2020 – idealerweise bereits am 5. November 2020 - stattfinden. „Jetzt müssen alle verantwortlichen Kräfte in Oberösterreich zusammenstehen, um die anstehende Katastrophe am Arbeitsmarkt durch die drohende Absiedelung des profitabel wirtschaftenden MAN-Werks in Steyr mit 2.300 MitarbeiterInnen und mindestens noch einmal so vielen Arbeitskräften bei Zulieferbetrieben zu verhindern.“, so Gerstorfer und Schaller abschließend.


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