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STEYR. Versorgungssicherheit und nachhaltige Mobilität stehen im Fokus von vier neuen Forschungsprojekten am FH OÖ Campus in Steyr.

Franz Staberhofer (links) und Johann Kastner (Foto: B. Plank @ imBILDE.at)
Franz Staberhofer (links) und Johann Kastner (Foto: B. Plank @ imBILDE.at)

„Die Kombination aus der Zufriedenheit der Stakeholder mit Vorprojekten, unseren Aktivitäten im Bund wie zum Beispiel im staatlichen Krisen- und Katastrophenschutzmanagement und der qualitativ hochwertigen Forschungsleistung sowie dem großen Engagement unserer Forscher hat zuletzt dazu geführt, dass vier große FFG-Projekte genehmigt wurden“, sind sich Johann Kastner, Vizepräsident für Forschung & Entwicklung der FH OÖ, und Franz Staberhofer, Leiter des Center of Excellence Logistik, einig. Die mehrjährigen Forschungsprojekte haben ein Volumen von 3,36 Millionen Euro.

Alles noch da

„Unterbrochene Lieferketten – Beispiel Toilettenpapier, Germ, Toastbrot – sind in Zeiten von Covid und Lockdown in aller Munde. Logistik ist vom unbeachteten Neben- zum Vorstandsthema geworden“, erklärt Markus Gerschberger, Leiter des Kompetenzbereichs Supply Chain Management. „Problematisch ist, dass nur wenige Unternehmen bereits in die notwendigen Fähigkeiten und Technologien investiert haben“, so Gerschberger. „Es freut uns, dass wir am Logistikum der FH OÖ in Steyr mit unserer Forschung in Krisenzeiten nun durch die Bewertung von Risiken in Lieferketten nahezu in Echtzeit einen direkten Beitrag zur Sicherstellung der Lieferketten auf nationaler Ebene leisten können.“

Warenströme

Im Bereich der Forschung zu Wertschöpfungsketten wird künftig an drei neuen Projekten gearbeitet. Projektleiterin Melanie Hinterplattner, die 2021 an der Georgia Southern Universität in den USA promovierte, wird mit ihrem Team im zweijährigen Projekt „SYRI – Systemisches Risikomanagement und Resilienzplanung für die österreichische Lebensmittel-Versorgungssicherheit“ ein Ausfalls-Risikomonitoring entwickeln. Dieses soll die tatsächlichen Warenströme auf Einzelproduktebene entlang der miteinander verflochtenen Wertschöpfungsketten detailliert abbilden und diese in Echtzeit auf einem Dashboard visualisieren. Als besonders herausfordernd stellt sich die Voraussicht von weiter entfernt in der Supply Chain auftretenden Störungen heraus (Ausfall von Firmen bedingt durch Grenzschließungen, Infektionsgeschehen bei Mitarbeitern etc.), die in Form von Domino-Effekten auftreten und die Versorgungssicherheit beeinträchtigen.

Schlüsselindustrie

Die Resilienz in Krisensituationen zu stärken, ist das Forschungsanliegen von Michael Herburger, Projektleiter der beiden neuen Projekte: „ReaGtSion – Resilienzbedarfsermittlung von Gütern und Services österreichischer Schlüsselindustrien“ und „LogResDat – Logistik- und Resilienz-Datenkreise“. Neben kritischer Infrastruktur soll der Blick verstärkt auf Schlüsselindustrien gerichtet werden, also auf Zulieferer von wichtigen Vor- oder Zwischenprodukten, Unterstützungsleistungen oder Know-how-Träger. Dadurch ergibt sich ein Gesamtüberblick auf ein komplexes Wertschöpfungsnetzwerk, der die Resilienz gegenüber zukünftigen Krisen steigern kann. Im zweiten Projekt untersucht Herburger mit seinem Team industrielle Datenkreise im Bereich Transport und Logistik. Ein gesamtheitlicher Resilienzansatz mit datenbasierter Entscheidungsunterstützung soll künftig eng abgestimmte und optimierte Logistikprozesse resistenter gegen Störungen wie z.B. extreme Wetterereignisse, Auslastung der Verkehrswege oder nicht vorhersehbare Ereignisse machen.

Mobilität & Verkehrslogistik

Das Mobilitätslabor Oberösterreich zur Entwicklung, Testung und Implementierung neuer Mobilitätslösungen, das seit 2017 von Steyrer Forschern betrieben wird, geht in die zweite Runde. Unter der Leitung von David Knapp wird das „MobiLab 2.0“ als urbanes Mobilitätslabor betrieben und wirkt als Motor für Innovationsprozesse und -projekte. Mobilitäts- und Logistiklösungen werden im Projekt gemeinsam mit Städten, Gemeinden und Unternehmen entwickelt. Aktuell dringliche Innovationsfelder wie überbetriebliche Mobilitätslösungen, Nachhaltigkeit in der Logistik, ein optimierter Energie- und Ressourceneinsatz bei Fahrzeugflotten oder eine Logistikflächenoptimierung stehen im fünfjährigen Projekt – auch im Hinblick auf die zu erreichenden Klimaziele – ganz oben auf der Liste.


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