Steyrer Großbetriebe kämpfen mit Lieferengpässen und Preiserhöhungen
STEYR. 7.600 Mitarbeiter sind bei den größten drei Industriebetrieben in der Stadt beschäftigt. Durch fehlende Teile aufgrund des Krieges in der Ukraine mussten viele zuletzt in Kurzarbeit. Tips hörte sich bei BMW, Steyr Automotive und SKF um und bat um einen Ausblick für die nächsten Wochen und Monate.

Beim Wälzlagerspezialisten SKF hatte die Corona-Krise nur im Jahr 2020 einen wirtschaftlichen Einfluss, im Vorjahr erreichte man mit einem Umsatz von 417,7 Millionen Euro schon wieder das Niveau aus dem Rekordjahr 2019. Kurzarbeit gab es für zwei Monate nur beim ersten Lockdown für eine kleine Gruppe von international tätigen Angestellten. Der Mitarbeiterstand ist bei SKF in Steyr mit 1.200 stabil. Derzeit spricht man von einer noch sehr guten Auftragslage. Lieferketten wurden auf Grund des Krieges in der Ukraine und der Sanktionen gegen Russland angepasst. Sorgen bereiten die Energie- und Rohmaterialverknappung sowie speziell die Preiserhöhungen. Auch die Lockdown-Situation in China sorgte bereits für einige Verzögerungen in der Verkaufsentwicklung in Asien. Die SKF Österreich AG, zu der auch der Standort mit 190 Mitarbeitern im steirischen Judenburg gehört, wurde in den letzten 16 Jahren von Franz Hammelmüller geleitet. Er geht nun in Pension, sein Nachfolger ist der 57-jährige Robert Zeillinger. Er war im Werk zuletzt als Produktionsleiter tätig.
Nur kurzfristige Planung
Steyrs größter Arbeitgeber mit 4.400 Mitarbeitern ist das BMW Motorenwerk. In der letzten und in der aktuellen Woche wird an allen Bändern produziert. Vorwiegend im Zwei-, fallweise auch im Dreischichtbetrieb. Weil man in allen Werken der BMW Group nach wie vor mit der Materialversorgung kämpft, sind bei der Produktion nur kurzfristige Planungen von Woche zu Woche möglich. Nach wie vor ist die Situation bei Halbleitern und Kabelsträngen sehr herausfordernd. Mit März 2022 wurde für die rund 3.200 Mitarbeiter der produzierenden Bereiche eine Kurzarbeitsvereinbarung getroffen. In welchem Umfang diese in Anspruch genommen wird, hängt von der Versorgungssituation ab. Für den Sommer plant man bei BMW Produktionsunterbrechungen im üblichen Umfang. Die Zeit zwischen Ende Juli und Ende August wird wie immer für Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen genützt.
Fachkräfte gesucht
Der Facharbeitermangel macht auch vor der regionalen Industrie nicht halt, so sucht man bei Steyr Automotive quer durch alle Fachbereiche qualifizierte Mitarbeiter. Nach wie vor läuft die Auftragsfertigung für MAN, die Belieferungssituation hat sich zuletzt etwas entspannt. „Allerdings gibt es immer wieder kritische Phasen aufgrund der Überlastung der Zollbehörden an den Grenzübergängen“, berichtet Firmensprecherin Birgit Pfefferl. Seit letzter Woche wird bei Steyr Automotive wieder eine Fünf-Tage-Produktionswoche gefahren. Das soll bis zum Sommerschließblock in den ersten drei Augustwochen so bleiben. „Längerfristige Prognosen können nicht getroffen werden. Wir bleiben vorsichtig und geben unseren Mitarbeitern alle zwei Wochen ein Update“, sagt Pfefferl. Bei Steyr Automotive arbeiten 2.000 Menschen, 150 davon sind Lehrlinge, 250 Leasingkräfte.


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