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ST. ULRICH. Die Kampagne „No Go“ des Landes OÖ gegen sexuelle Belästigung in öffentlichen Bädern wird im Winter fortgesetzt. St. Ulrich ist eine von vier Pilotgemeinden.

  1 / 2   Von links: Annemarie Wolfsjäger, Christine Haberlander, Margit Schönbauer (Frauenzentrum) und Bernhard Zwielehner (Bürgermeister Ried/Innkreis) (Foto: Land OÖ/Margot Haag)

Das Lehrschwimmbecken in St. Ulrich wird von vielen Schulen, Vereinen und Institutionen genutzt. „Als Friedensgemeinde legen wir besonderen Wert auf achtsamen Umgang miteinander. Herabwürdigende Verhaltensweisen, wie sexuelle Übergriffe sind ein No Go. Diese Kampagne hilft aufzuklären und sensibilisiert zu diesem wichtigen Thema“, sagt Bürgermeisterin Annemarie Wolfsjäger (ÖVP). „Sexuelle Belästigung ist in Österreich ein Straftatbestand, das ist vielen nicht bewusst. Betroffene schweigen, Beobachter schauen weg. In diesem Zusammenhang braucht es Aufklärung, um zu sensibilisieren und um klar die Grenzen aufzuzeigen und Menschen zu ermutigen, Zivilcourage zu zeigen“, so Wolfsjäger.

Nicht wegschauen

Die Kampagne des Landes und des autonomen Frauenzentrums in Linz „No Go – schau nicht weg bei sexueller Belästigung im Schwimmbad“ startete im Sommer 2021 und wurde zuletzt von rund 90 Prozent der Gemeinden in Oberösterreich unterstützt. Was für Freibäder und Badeseen gilt, soll freilich auch in der kalten Jahreszeit in Hallenbädern und Thermen umgesetzt werden. Sehr häufig bleiben Übergriffe nicht unbemerkt, es wird jedoch nichts unternommen, weil sich entweder niemand zuständig fühlt oder die zuständige Person selbst nicht weiß, wie sie auf Vorfälle reagieren soll. „Genau das ist das Ziel unserer Kampagne. Bewusstsein schaffen und die Zivilcourage stärken. Wir alle gemeinsam müssen gegen Übergriffe und Gewalt auftreten und dürfen diese in keinster Weise tolerieren. Wenn niemand mehr wegschaut, wäre schon ein wichtiger Schritt getan“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin und Frauenreferentin Christine Haberlander (ÖVP). 

Plakate und Sticker

Die Pilotgemeinden St. Ulrich bei Steyr und Ried im Innkreis sowie die Gemeinden Traun und Pregarten haben bereits zugesagt, die Kampagne in ihren Hallenbädern umzusetzen. Plakate und Sticker machen kurz und prägnant auf die Problematik aufmerksam. Unterschiedliche Menschen in Badekleidung zeigen sich auf den Plakaten mit gekreuzten Armen vor dem Oberkörper. Allen Badegästen wird signalisiert, dass der Betrieb das Thema ernst nimmt und übergriffiges Verhalten nicht akzeptiert wird – also ein „No Go“ ist.


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