Auszeichnung für Losensteiner Dorfgenossenschaft
LOSENSTEIN. Unternehmen, die einen wichtigen ökologischen und sozial wertvollen Beitrag für die Wirtschaft und Gesellschaft leisten, holt die Grüne Wirtschaft mit dem neu ins Leben gerufenen Award „Grüner Klee“ vor den Vorhang. In der Region Steyr ging die Auszeichnung an die Dorfgenossenschaft „Ums Egg“.

Nahversorgungspionier Bernd Fischer eröffnete 2018 den ersten genossenschaftlich organisierten Bio-Regional-Supermarkt „Ums Egg“. Die Idee entwickelte sich, nachdem 2016 nach über 100 Jahren das Nah & Frisch Geschäft im Ortszentrum von Losenstein geschlossen werden musste.
Leider ein landesweiter Trend. So gibt es heute in 400 der rund 2.200 österreichischen Gemeinden im Ortskern keine fußläufig erreichbare Nahversorgung mehr. Diese als „Donut-Effekt“ bekannte Verödung der Innenstädte und Ortszentren der letzten Jahrzehnte hat ihren Ursprung in den am Ortsrand auf die grüne Wiese gebauten Einkaufszentren.
Komplett in Selbstbedienung
Doch Fischer und rund 100 Losensteiner wollten das ändern und ergriffen mit der Gründung der Dorfgenossenschaft die Initiative. Mit dem ersten Vollsortiment-Supermarkt, der komplett in Selbstbedienung funktioniert, wurde ein revolutionäres Nahversorgungskonzept realisiert.
Lieferanten und Kunden sind Miteigentümer des Geschäftes und sorgen dafür, dass das Sortiment und die Preise passen. 60 Prozent der Waren sind aus der Region und werden ohne Zwischenhändler direkt geliefert. Was regional nicht verfügbar ist, wird über einen Bio-Großhändler bezogen.
Funktionierende Kreisläufe
Ein innovatives, vollautomatisches Bestell- und Abrechnungssystem, das technisch neue Standards setzt und dem klassischen Supermarkt deutlich voraus ist, sorgt immer für pünktlich gelieferte, frische Waren und eine transparente Abrechnung der Lieferanten und Kunden. Für Genossenschaftsmitglieder ist der Zutritt zum Geschäft auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich und an drei Halbtagen und morgens von 7 bis 9 Uhr ist das Geschäft für alle geöffnet.
„Wenn sich regionale Wirtschaftskreisläufe entwickeln, dann ist eine funktionierende Nahversorgung ein logischer Bestandteil. Immer mehr Bürgermeister melden sich bei mir, weil sie das Problem der Ortskernverödung erkannt haben, weil sie in unserem Konzept die Chance zur Veränderung sehen, weil es niederschwellig funktioniert und erprobt ist“, sagt Fischer. „Wenn sich 100 Genossenschaftsmitglieder in einem Ort finden, starten wir und aktuell entsteht in Weißenbach der fünfte Standort.“
Seit sechs Jahren gibt es die Dorfgenossenschaft in Losenstein und mittlerweile an weiteren vier Standorten.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden