Das große Aufräumen nach dem Unwetter: Welle der Hilfsbereitschaft überrollt Betroffene
TRAGWEIN. Innerhalb weniger Minuten richtete das Unwetter am Samstagabend in Tragwein einen Schaden in Millionenhöhe an. Besonders betroffen sind das Sägewerk Ortner und die Brauerei der „Beerbuddies“.

Der Kettenbach – normalerweise ein knöcheltiefes Bacherl – war bereits nach wenigen Minuten Starkregen außer Rand und Band. „20 Minuten nach dem ersten Regentropfen sind wir alarmiert worden“, sagt Feuerwehr-Kommandant Daniel Schützenhofer, der mit seinen Kameraden direkt nach dem Siegerfoto beim Bezirksbewerb in Pregarten mit Blaulicht zum Ort des Geschehens eilte. Noch in der Nacht standen 120 Feuerwehrmänner im Einsatz. Sie evakuierten mehrere Personen aus zwei Gebäuden, die vom Kettenbach überflutet oder umspült worden waren, sicherten die Straße ab – die B124 wurde auf mehreren Metern zum Teil weggespült und ist unpassierbar – und begannen mit den Aufräumarbeiten. Eine Garage wurde völlig zerstört, das Auto darin konnte nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. 150 Feuerwehrkameraden standen dann am Sonntag im Arbeitseinsatz.
Besonders schlimm hat es das Sägewerk Ortner erwischt. Der Kettenbach, der unter dem Firmengelände durch Verrohrungen fließt, hatte sich durch eine Verklausung sechs Meter hoch aufgestaut und enorme Schäden in den Hallen und an den Maschinen angerichtet. Chef Rudolf Ortner jr. am Montag im „Tips“-Gespräch: „An dem Wochenende habe ich zwei Sachen gelernt. Erstens, wie hilflos der Mensch gegen die Natur sein kann. Und zweitens, was alles möglich ist, wenn man die Kräfte bündelt. Momentan sind wir hier 170 Leute – Feuerwehrmänner, Mitarbeiter und freiwillige Helfer – und räumen auf. Danke allen dafür!“ Den Schaden, den Sachverständige noch genau erheben müssen, beziffert er im sechsstelligen Bereich. „Wir werden alles daran setzen, die Produktion Ende der Woche wieder aufnehmen zu können.“
Auch die Gebeäude rund um die Brauerei der „Beerbuddies“ sind vom Kettenbach schwer verwüstet worden. „Aber wir schaffen es. Am Samstag gibt es ein großes Wiedereröffnungsfest“, ist Heinz Platzer überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft.


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