Am Anfang stand die Schnapsidee: Ohne "Meisi" geht am Badesee gar nichts
TRAGWEIN. Süßes Nichtstun ist die Sache von Gerhard Meisinger nicht: Seit ihn sein Arbeitgeber mit einem „Golden Handshake“ freistellte, bewirtschaftet er den Tragweiner Badesee – ehrenamtlich, wohlgemerkt. Mittlerweile liegt die vierte, sehr erfolgreiche Saison hinter ihm.

„Eigentlich hat alles als wilde Schnapsidee mit meinem Freund Gerhard Brunhofer begonnen“, erzählt Gerhard Meisinger. Der Ingenieur für Maschinenbau, der „in die Softwareindustrie abgedriftet ist“, war für mehr als fünf Jahre von seinem Dienstgeber freigestellt worden. Quasi als „Rentnergang“ beschlossen die beiden Männer, die Bewirtschaftung des Badesees zu übernehmen. Als Non-Profit-Organisation wohlgemerkt, auf Vereinsbasis. „Die Vereinsmeierei liegt mir offenbar, ich war auch beim Sportverein 37 Jahre lang im Vorstand“, berichtet der Tragweiner.
Konzession mit Bravour bestanden
Die Konzessionsprüfung bestand Meisinger, der über keinerlei Branchenvorkenntnisse verfügte, mit Auszeichnung. Gleich im ersten Betriebsjahr 2015 war der Sommer makellos. „Neun Wochen ohne freien Tag im Buffet, jeden Tag Badebetrieb – das geht schon in die Knochen“, blickt Gerhard Meisinger zurück. Bereut hat er seine Entscheidung, den Badesee zu übernehmen aber auch jetzt nach der vierten Saison noch immer nicht. „Der Spaß an der Sache überwiegt, ich mache es mit Freude, und zum Glück kann ich immer auf viele ehrenamtliche Helfer aus dem Freizeitverein mit seinen rund 30 Mitgliedern zurückgreifen.“
Zufrieden mit Badesaison 2018
Mit der Badesaison 2018, die exakt gleich viele Öffnungstage wie im Vorjahr hatte, ist der Tragweiner sehr zufrieden. „Dass wir so viele Besucher hatten, liegt auch am Wiesenparkplatz gleich neben dem See, den der Grundbesitzer dankenswerter Weise wieder zur Verfügung gestellt hat“, betont auch Bürgermeister Josef Naderer. Auch die Kulturveranstaltungen am See sowie der Beachvolleyball-Cup finden stets großen Anklang.
„Meisi“ pfeift zur Ordnung
Unterstützung bekommt „Meisi“ in den Ferienmonaten Juli und August im Buffet jeweils von zwei Ferialpraktikanten. „Das sind die einzigen, die was verdienen“, schmunzelt er. Das Plus aus dem Buffetbetrieb wird zum einen in die Erneuerung der Geräte investiert, zum anderen kommt es zum Beispiel dem Ankauf von Schotter für den Seichtbereich oder eines Kompressors für Luftmatratzen zugute. Auch das beliebte Wassertrampolin wurde so finanziert. Und wenn manche Badegäste meinen, eben dieses Trampolin malträtieren zu müssen, kann es schon sein, dass „Meisi“, einst Hilfsschiedsrichter, zur Trillerpfeife greift und die Missetäter zur Ordnung ruft. „Unter Umständen lasse ich sie auch antraben und erkläre ihnen, warum ich sie rüge.“ Schließlich ist Gerhard Meisinger auch für die Badeaufsicht verantwortlich. „Zum Glück ist aber noch nie etwas Gröberes vorgefallen.“ Und wann springt „Meisi“ selbst in die kühlen Fluten des Badesees? „Ganz in der Früh, wenn der See noch mir alleine gehört, oder am Abend, um den Duft des Pommes-Öls loszuwerden.“


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