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Die Stadt Traun kommt nicht zur Ruhe. Nach Protesten bezüglich vorangegangener Bauprojekte im Zuge der Zentrumsneugestaltung erregt derzeit die geplante Verbauung des westlichen Teils des Schlossparks die Gemüter mancher Bürger.

Bürgermeister Rudolf Scharinger (l.) mit Grünen-Fraktionsobmann Gerhard Peterseil (Mitte) und Gerhard Kraml, Obmann der Bürgerinitiative „Rettet den Schlosspark“, bei der Übergabe der Unterschriften. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich schon 1853 Bürger gegen eine Verbauung des Schlossparks ausgesprochen. Foto: Heinz Kraml

Der Trauner Gemeinderat beschloss 2011 im Zuge des Masterplans „Traun Mitte“ eine teilweise Verbauung des Schlossparks. Seit 17. März 2015 sieht der Strategieplan eine Bebauung des westlichen Teils des Schlossparks vor. Um die Bevölkerung, Anrainer und Interessenten über das Bauvorhaben aufzuklären, lud die Stadtgemeinde vergangenen Donnerstag zu einer Informationsveranstaltung ins Rathaus ein. Vertreten war auch das Architekturbüro Kneidinger, das den bisherigen Entwurf „Wohnen im Schlosspark“ vorstellte. Dieser sieht den Bau von vier zweigeschossigen Wohnblöcken im Schlosspark vor, die rund 48 Wohneinheiten enthalten sollen. Darunter ist eine Tiefgarage mit rund 100 Stehplätzen geplant, zwischen der Anlage und dem Altersheim Traun eine durchgängige, zehn Meter breite Allee. Der bestehende Brunnen und der Rodelhügel sollen vorverlegt werden. Das Bauvorhaben würde den Schlosspark (Gesamtfläche 22.000 Quadratmeter) um 7000 Quadratmeter reduzieren, verbaut werden allerdings nur 1500. Die Fläche zwischen dem Schloss und dem Herrenhaus Graumann/Lang soll unbebaut bleiben, einen schönen Blick vom Zentrum auf das Schloss ermöglichen sowie einen Grüngürtel zum Oedter See schaffen.

Bürgerinitiative sammelte bereits über 1800 Stimmen

Der Entwurf stieß bei den über 100 Anwesenden der Info-Veranstaltung auf wenig Gegenliebe. Immer wieder wurde die Präsentation von Zwischenrufen des aufgebrachten Publikums unterbrochen. „Die Ruhezone des Parks verschwindet. Kinder und Jugendliche und auch die alten Menschen aus dem Altersheim haben keinen Platz mehr, wo sie ungestört vom Verkehr spielen oder mit den Wagerln fahren können“, äußerte sich Gunther Traugott bei der anschließenden Diskussion kritisch zu Wort. Andere Besucher befürchten eine Lärm-Belästigung beispielsweise an der Dorfstraße, den Verlust der Bäume und der Kommunikationsfläche im Park, mit dem viele Kindheitserinnerungen verbinden.

Beschlüsse noch ausständig

Um die Verbauung zu verhindern, wurde auch die Bürger­initiative „Rettet den Schlosspark“ gegründet, die bereits über 1800 Stimmen sammelte. „Wir haben bisher nur eine Idee präsentiert. Manche glauben, dass bald schon die Bagger auffahren, dabei ist alles noch völlig ergebnisoffen“, beruhigt Trauns neuer Bürgermeister Rudolf Scharinger (SPÖ) die angespannte Lage. Für den tatsächlichen Baustart fehlten noch der Grundsatzbeschluss für den Verkauf an die Wohnungsgenossenschaft Lebensräume als auch der Umwidmungsbeschluss. Scharinger weist darüber hinaus Vorwürfe, die Bevölkerung sei nicht über das Bauvorhaben informiert worden, zurück. Die Verbauung des Schlossparks habe der Masterplan schon lange vorgesehen. Informiert waren laut Ex-Bürgermeister Harald Seidl (SPÖ) auch die Grünen, die 2011 sogar für den Masterplan stimmten, sich aber jetzt gegen die geplante Wohnanlage aussprechen. „Das kann stimmen, der Masterplan hat sich aber schon fünf Mal geändert. Die Verbauung des Schlossparks war damals noch nicht spruchreif“, sagte Gerhard Peterseil, Fraktionsobmann der Grünen Traun. Diese sei erst 2015 geplant, aber nie debattiert worden.


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