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Nach dem  Zweiten Weltkrieg musste Österreich allmählich seine Grenzen wieder festlegen und sichern.

Der Esel trug geduldig die Lebensmittel tief in den Böhmerwald.
Der Esel trug geduldig die Lebensmittel tief in den Böhmerwald.

Die US-Truppen zogen nach der Befreiung im Sommer 1945 ab und überließen das Mühlviertel mit dem Böhmerwald den Sowjets. Österreich war noch nicht imstande, die Staatsgrenzen in seine Obhut zu nehmen. Die CSR war jedoch sehr darauf bedacht, die Grenzhoheit mit allen Mitteln zu verteidigen und die deutschsprachige Bevölkerung aus dem Land zu treiben. Die Sowjets besetzten entlang der Grenze die österreichischen Zollhäuser, ließen aber keine österreichische Zollwache zur Grenzkontrolle zu. Vielmehr forderten sie von Österreich die Einrichtung von Gendarmerieposten. Diese mussten ab dem  Sommer 1946 gemeinsam mit Sowjetsoldaten die Staatsgrenze zur CSSR kontrollieren.

Unterkunft und Verpflegung blieb den österreichischen Gendarmen überlassen. Sie wohnten in Schöneben und Sonnenwald in Privatquartieren. Wegen der damals noch herrschenden Lebensmittelknappheit war das dortige Gasthaus zu keiner Versorgung der Gendarmerie bereit. Daher war die Mannschaft gezwungen, eine Gemeinschaftsküche einzurichten.

Esel als Transportmittel

Ihr Problem war jedoch der Einkauf von Lebensmitteln, weil weder in Sonnenwald noch in Schöneben ein Kaufladen vorhanden war. So waren die Gendarmen genötigt, im fast zehn Kilometer weit entfernten Markt Ulrichsberg dies zu tun. Zum Heimtransport stand weder ein Fahrzeug noch ein Pferdefuhrwerk zur Verfügung. Daher schlug der Leiter der einklassigen Schule vor, einen Esel als Tragtier anzukaufen, der schließlich auf seinem Rücken die Lebensmitteltransporte an die Böhmerwaldgrenze geduldig ausführte. Die Gemeinschaftsküche richtete die Gendarmerie im Einvernehmen mit dem Schulleiter in der Dorfschule ein. Hier kochte für die zwanzig Volksschüler eine Köchin bereits ein Mittagessen, dem sich nun die Grenzgendarmerie anschloss.

Dies änderte sich jedoch nach zehn Jahren, als die Sowjetbesatzung abzog und die österreichische Behörde den von den Sowjets geforderten Grenzgendarmerieposten auflöste.

Verfasser:Fritz Winkler


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