Jugend-Begegnung an der Grenze

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Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 23.07.2019 10:48 Uhr

ULRICHSBERG. 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kam es zu einem Treffen von Jugendlichen aus Oberösterreich, Tschechien und Deutschland an der Grenze, bei dem man sich Gedanken über Vergangenheit und Zukunft in Europa machte.

Die jungen Leute haben bei dieser youngCaritas-Aktion den Eisernen Vorhang neu „aufgerollt“: Sie erzählten sich gegenseitig Geschichten von Zeitzeugen und dem Leben an der „toten Grenze“. Dazu hatten sie bereits im Vorfeld Erlebnisse gesammelt und Eltern und Zeitzeugen befragt. Beim abendlichen Lagerfeuer machten diese Geschichten dann die Runde. Rudi Wakolbinger, Förster in der Böhmerwaldschule, erzählte von Schmugglern und Grenzpatrouillen, von Waldarbeitern und wie schwierig es war, mit den Menschen auf der anderen Seite in Kontakt zu treten.

Wünsche auf die Reise geschickt

Am zweiten Tag führte Iris Niederdöckl von der Böhmerwaldschule die Jugendlichen zu den geschichtsträchtigen Orten entlang der Grenze. Besonders beeindruckte die Jugendlichen Glöckelberg/Zvonková, das für Jahrzehnte auf der Landkarte ausradiert war. Nach der Wende baute der Linzer Horst Wondraschek, dessen Mutter von hier stammte, die Kirche von Glöckelberg mit Hilfe von Spenden wieder auf.

Beim Schwemmkanal an der Grenze schrieben die Jugendlichen ihre Vorstellungen von einem gemeinsamen Europa auf Blätter, die sie symbolisch im Schwemmkanal auf eine Reise in die Zukunft schickten.

Zum Abschluss gab es noch ein Picknick an der Grenze, das an das „Paneuropäische Picknick“ im Jahr 1989 erinnern sollte. Damals wurde ein Grenztor zwischen Österreich und Ungarn geöffnet und 661 Ostdeutsche konnten in den Westen fliehen.

Barbora Fišerová Pegleyová, eine Jugendliche aus Tschechien, meinte zum Schluss des Drei-Länder-Treffens: „Ich habe diese beiden Tage und die vielen Geschichten sehr genossen. Besonders gefallen haben mir auch die Spiele, bei denen wir gelernt haben, wie man zusammen arbeiten kann.“ Ihr Wunsch für Europa ist ein Zitat Václav Havels, dem ersten Präsidenten der Tschechischen Republik: „Wahrheit und Liebe müssen siegen gegenüber Lügen und Hass.“

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