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Alle Landkinder mussten bei der ersten Einführung der Schulpflicht stundenlange Wege zu einer Schule auf sich nehmen. Den beschwerlichsten Weg hatten wohl die Kinder aus Holzschlag. Hier lagen für sie die Schulen entweder in Schwarzenberg oder Ulrichsberg.

Das Stift Schlägl ersparte den Schülern im Winter den weiten Weg zur Sprengelschule.
Das Stift Schlägl ersparte den Schülern im Winter den weiten Weg zur Sprengelschule.

Vor allem im Winter war der Weg für Schulanfänger nahezu unzumutbar. Vor Tagesanbruch traten sie noch bei Dunkelheit den Weg zur Schule an. Die Schulsitzgemeinden sorgten für die Kinder zu Mittag mit einer Schüssel Suppe. Die Schule musste vor der Abenddämmerung schließen, damit sich die Kinder auf den schneeverwehten Wegen nicht verirrten. Keine Hausübung und sonstige Schulaufgaben durfte den Kindern gestellt werden, denn die Schlafenszeit musste zur Erholung gewährt bleiben. Dennoch war trotz Schulpflicht der Besuch vor allem im Winter höchst spärlich – die verschneiten Wege, die Kälte und die Schneestürme waren die größten Hindernisse. Im Frühjahr und Herbst hatte die Mithilfe in der Landwirtschaft Vorrang. So blieb bei den hohen Klassenschülerzahlen der Einsatz des Lehrers meist von sehr geringem Erfolg. Schulbeginn war außerdem im Monat Mai, der arbeitsreichsten Zeit in der Landwirtschaft.

Klassenzimmer in Holzschlag

In der ersten und zweiten Anfängerschulstufe suchte das Stift Schlägl Abhilfe durch Verkürzung des Weges für die Kleinsten. Die Chorherren richteten in einem ihrer Häuser in Holzschlag einen Unterrichtsraum für sie in den Wintermonaten ein. Es wird erzählt, dass vor allem der Erstkommunion-Unterricht, aber auch Lesen, Rechnen und Schreiben in alleiniger Verantwortung des Klosters Schlägl den Schulanfängern vermittelt werden konnte. So hat die Schule den Schlägler Chorherren gewiss den Dank der Eltern eingebracht.

Verfasser: Fritz Winkler


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