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UNTERWEISSENBACH. Bauernmalerei hat im Mühlviertel eine lange Tradition. Anna Aglas übt diese Kunst aus und macht dadurch alte Gegenstände vom Dachboden zu neuen Schmuckstücken.

Anna Aglas verwandelt alte, ungenutzte Möbel in neue Schmuckstücke. Fotos: Maurer
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Milchkannen, alte Truhen und Kästen, Holzbutten, Mohnmörser und sogar Postkästen und Straußeneier – all diese Gegenstände verwandelt die Bäuerin Anna Aglas in schöne Dekogegenstände. „Ich habe immer schon gerne gemalt“, sagt die Bäuerin. „Als ich all die alten und nicht mehr gebrauchten Möbel und Gegenstände auf dem Dachboden fand, dachte ich mir, da muss man etwas machen.“ Aus diesem Grund besuchte sie vor 25 Jahren ihren ersten Bauernmalerei-Kurs.

Entspannung beim Malen

Mit Acrylfarben malt sie hauptsächlich feine Blumenmuster. Aber auch Figuren für ein Hochzeitsgeschenk, einen Hund, ein Reh, eine Kapelle und die Pfarrkirche Unterweißenbach hat sie schon auf Holz, Eisen und andere Materialien gepinselt. „Für mich ist die Malerei ein guter Ausgleich zur anstrengenden Arbeit. Es entspannt mich“, erzählt Aglas. Ihre Inspiration holt sie sich hauptsächlich aus Büchern, Museen oder von fremden Arbeiten. Derzeit malt sie gerne Sonnenblumen, probiert aber immer wieder neue Muster und Motive aus. „Das alte nicht wegschmeißen, sondern daraus etwas machen – das ist für mich auch typisch mühlviertlerisch.“

Malerei als Statussymbol

Ab dem Ende des 17. Jahrhunderts gab es im Mühlviertel Bauernmöbel, die meistens auf schwarzen Grund Schablonenmalereien hatten. Mit dem Barock kamen die Kirchenmaler in die Dörfer und Märkte und von ihnen wurden verschiedene Motive wie Nelken und Tulpen übernommen,, die sich ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auch auf den Truhen, Betten und den ersten Kästen fanden. Es wurde zu einem Statussymbol, mit solchen Einrichtungen aufzeigen zu können. „So entstanden in Hirschbach in einer Zimmererwerkstätte und später in Tischlereien in Reichenau und Schenkenfelden Bauernmöbel in großer Zahl und Pracht“, sagt Johann Pammer, Kustos des Hirschbacher Bauernmöbelmuseums.

Mitmachen:

Auf 99sachen-muehlviertel.at kann man noch bis Ende des Jahre 2015 Vorschläge für „99 Sachen, die wir im Mühlviertel machen“ einreichen.


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