Prognose für Urfahr-Umgebung: Starke Alterung und mehr Einwohner
BEZIRK URFAHR-UMGEBUNG. Die Prognosen bis zum Jahr 2040 sprechen eine deutliche Sprache: ein Großteil der Gemeinden darf sich laut Statistik Austria über einen Bevölkerungszuwachs freuen. Sorgen macht hingegen der höher werdende Altersdurchschnitt.

Engerwitzdorf verzeichnet nach der Prognose die höchste Zunahme. Die Bevölkerung soll bis 2040 um 20,2 Prozent wachsen. Über Zuwachs im zweistelligen Prozentbereich dürfen sich auch Sonnberg (17,4 Prozent), Steyregg (14,8 Prozent) und Reichenau (10,6 Prozent), freuen. Die Gemeinden Vorderweißenbach, Puchenau (je -6,3 Prozent), St. Gotthard (-4,6 Prozent), Haibach (-3,2 Prozent) und Oberneukirchen (-1,2 Prozent) müssen hingegen mit einer Abnahme der Einwohnerzahl rechnen. „Puchenau hat zurzeit eine stabile Zahl von Einwohnern. Die große Herausforderung ist die Überalterung der Bevölkerung. Um dem entgegenzuwirken, planen wir neue Wohnprojekte, die Jüngere ansprechen“, sagt Bürgermeister Gerald Schimböck. Die Altersstruktur wird sich laut Prognosen im Bezirk deutlich verändern. Die kleinräumige Bevölkerungsprognose (ÖROK-Prognose) zeigt, dass der deutlichste Zuwachs von Menschen in der Altersgruppe von 65 und mehr Jahren im Bezirk Urfahr-Umgebung (+60,4 Prozent) stattfinden wird, gefolgt von Salzburg-Umgebung, Imst und Wien-Neubau.
In den Seniorenwohnhäusern des Bezirkes werden die Statistiken sehr genau studiert. „Es gibt einen oberösterreichweiten Bedarfs- und Entwicklungsplan“, sagt Paul Gruber, Obmann des Sozialhilfeverbandes Urfahr-Umgebung. „Die Planwerte reichen bis 2021 und bewegen sich im Korridor. Dabei wird mit einem 17-prozentigen Pflegebedarf bei Menschen über 80 Jahren gerechnet. Der tatsächliche Bedarf ist allerdings etwas geringer. Im Schnitt gibt es in Oberösterreich genügend freie Plätze. Dabei müssen immer freie Zimmer für Personen zur Verfügung stehen, die direkt aus dem Krankenhaus mit einer hohen Pflegestufe kommen.“ In Hellmonsödt wird im Oktober 2017 die erste Etage des neuen Altenhauses, das 96 Wohnplätze beinhaltet, bezogen. „Nicht ganz einfach ist es, Personal für die Altenarbeit zu finden“, weiß Gruber.
Weniger Erwerbsfähige
Die Zahl der erwerbsfähigen Einwohner zwischen 20 und 65 Jahren wird bis zum Jahr 2022 in Oberösterreich zwar noch auf 900.460 ansteigen, danach aber sinken. Diese Tendenz fordert die Wirtschaft. „Die Lehrlingszahl in Urfahr-Umgebung sinkt und ist unter dem Oberösterreich-Durchschnitt. Nur 2015 bildete eine Ausnahme und es war ein Lehrlingsplus zu verzeichnen“, sagt WKO-Bezirksstellenleiter Franz Tauber. Im Jahr 2016 fingen im Bezirk 156 Jugendliche eine Lehre an, das ist ein Minus von 8,24 Prozent im Vergleich zu 2015. „Das Image der Lehre muss verbessert werden. Wir werden auch dieses Jahr wieder die Lehrlingstage machen, das Interesse war im Vorjahr groß.“


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