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GRAMASTETTEN. Die Konjunktur scheint wieder anzuspringen, die Arbeitslosenzahlen gehen zurück.  Doch nicht jeder hat das Glück davon zu profitieren. Besonders wenn man länger arbeitslos ist und ein gewisses Alter erreicht hat. So wie Renate S. (Name von der Redaktion geändert). Die fast 50-Jährige sucht seit zwei Jahren ohne Erfolg eine neue Anstellung.      

Bei der Suche nach der Arbeit muss man oft hartnäckig sein. Foto: Weihbold
Bei der Suche nach der Arbeit muss man oft hartnäckig sein. Foto: Weihbold

„In meiner alten Firma hat einiges nicht gestimmt. Daher hab ich vor zwei Jahren gekündigt“, erinnert sich Renate. Kurz nach dem Austritt aus dem Unternehmen war Renate S. noch zuversichtlich einen Job zu finden. Doch schnell merkte sie, dass es ab einem gewissen Alter nicht mehr so leicht ist, einen Job zu finden.

Schwierigkeiten bei der Bewerbung

„Man bewirbt sich, wartet zwei, drei Wochen. Dann kommt die Absage, wenn überhaupt eine Antwort kommt“, erklärt Renate S. Bekommt man eine positive Antwort heißt das noch nicht, dass man sich über einen neuen Job freuen darf. „Oft wird man nur zu einem Erstgespräch oder einem Assessment-Center eingeladen, bei dem man auf Herz und Nieren geprüft wird. Und natürlich sitzen dort dutzende Bewerber“, erklärt die Mutter einer Tochter.

Zu wenige Arbeitskräfte

Diese Erfahrungen bestätigt auch Elisabeth Wolfsegger, Leiterin der Geschäftsstelle Arbeitsmarktservice Linz für die Bezirke Linz und Urfahr Umgebung: „Gerade wenn man lange eine Arbeit sucht, ist es nicht leicht zu verstehen, warum man auf seine Bewerbung keine Antwort erhält. Man darf das auf keinen Fall persönlich nehmen.“Mit einer Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent ist der Bezirk gut aufgestellt. Und dieser niedrige Prozentsatz führt auch dazu, dass viele Arbeitgeber keine Mitarbeiter finden. Gerade im Gastgewerbe, in technischen Berufen und beim Handwerk gibt es zu wenige Arbeitskräfte.

Hoffnung nicht aufgeben

Wolfsegger: „Es ist notwendig, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber umdenken. Arbeitnehmer müssen – wenn sie fünfzig sind – sicher noch lange arbeiten. Und das sollten sie auch bei einer Arbeitslosigkeit bedenken. Und Arbeitgeber müssen das Potential älterer Menschen erkennen.“ Letzter Punkt heißt auch für Betriebe umzudenken, wie Wolfsegger meint: „Wenn es keinen Kandidaten gibt, der zu hundert Prozent meiner Vorstellung entspricht, muss ich flexibel sein und gewisse Abstriche machen. Dafür kriege ich vielleicht einen Mitarbeiter, der andere Fähigkeiten hat oder durch seine Persönlichkeit ein Gewinn für die Firma ist.“ Seitens des Arbeitsmarktservices werden Unternehmen auf diese Umstände auch hingewiesen. Und Arbeitssuchende werden auch gezielt geschult. „Gerade für Menschen, die das erste Mal ohne Arbeit sind, ist es wichtig einige Dinge zu lernen“, erklärt Wolfsegger, die weiter ausführt: „Besonders wichtig ist, sich richtig zu bewerben. Dazu gehören etwa das richtige und zeitgemäße Erstellen von Bewerbungsunterlagen.“ Renate S. weiß, dass sie noch einige Zeit zu arbeiten haben wird und auch flexibel sein muss. Und sie verliert auch nicht den Mut: „Ich gebe die Hoffnung nicht auf Arbeit zu finden.“


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