Michael Hammer: „Der Klimawandel ist ein Thema, das uns beschäftigt“
URFAHR-UMGEBUNG. Der Jahreswechsel ist eine gute Zeit, Bilanz zu ziehen und in die Zukunft zu blicken. Der Vizebürgermeister von Altenberg und Nationalrat Michael Hammer hat das für Tips getan.

Tips: Wie sehen Sie das Jahr 2018?
Hammer: Im Bezirk ist das Jahr gut verlaufen. Wir haben die niedrigste Arbeitslosenrate Österreichs, es konnte das Bezirksseniorenheim in Hellmonsödt eröffnet werden und viele kommunale Projekte gestaltet werden. Die Verkehrssituation ist nach wie vor nicht zufriedenstellend, dennoch ist der Baubeginn von drei Linzer Donaubrücken ein wichtiges Signal. Gerade auch durch unseren jahrelangen Einsatz und unser Lobbying konnten diese Projekte fixiert und vorangetrieben werden. Besonders bewegt hat mich natürlich auch die extreme Dürre und die Borkenkäfer-Problematik.
Tips: Gerade der Klimawandel war besonders heuer ein Problem. Wie soll man darauf auf lokaler Ebene reagieren?
Hammer: Der Klimawandel ist ein Thema, das uns beschäftigt und beschäftigen wird, wenngleich ich das heurige extreme Dürre-Jahr doch als Ausreißer sehe. Wir alle sind aber gerufen, hier Maßnahmen zu setzen. Gerade unter österreichischem Vorsitz, konnte bei der Konferenz in Kattowice ein Umsetzungsplan zum Pariser Klimaabkommen fixiert werden. Wir müssen Maßnahmen setzen, einerseits für den Klimaschutz und andererseits auch zur Klimaanpassung in den verschiedensten Bereichen. Aber gerade unser Bezirk und die Klima- und Energiemodellregion Sterngartl-Gusental sind hier Vorreiter. Generell macht mir etwas Sorge, dass die Motivation der Freiwilligen und der Bürger für den Klimaschutz schwindet, da oftmals der Eindruck entsteht, dass sich große Industrieländer an keine Ziele halten und keine Anstrengungen unternehmen. Hier müssen wir schauen, dass unser Engagement fortgesetzt wird.
Verkehr, Sicherheit, Internet und Pflege
Tips: Welche Dinge konnten Sie für die Bürger im Bezirk bewegen?
Hammer: Ich leiste meinen Beitrag zu vielen Maßnahmen, in Summe gelingt vieles nur durch gemeinsame Arbeit. Wie schon angesprochen, konnten drei Linzer Brückenbauprojekte gestartet werden. Durch unser Engagement konnten auch Verbesserungen der Situation während der Bauzeit erwirkt werden, vor allem im Bereich der Voestbrücke. Im Sozialbereich konnten wir das neue Seniorenwohnheim errichten und in Betrieb nehmen und gemeinsam mit den Gemeinden das soziale Angebot absichern. Als Mitglied im Sozialausschuss des Parlaments konnten wir zwei wesentliche Maßnahmen treffen, die Tausende Urfahraner positiv am Gehaltszettel spüren werden. Den Familienbonus und die Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge. Zur Bekämpfung der Dürre-Situation, der Borkenkäfer- und Schädlingsproblematik konnte ein Dürre-Paket zur Unterstützung fixiert werden. Gemeinsam konnten auch positive Entwicklungen am regionalen Arbeitsmarkt erzielt werden. Besonders erfreulich ist, dass es im Bezirk Urfahr-Umgebung die höchsten Zuwächse bei den Lehrlingen gibt.
Tips: Was ist nicht gelungen?
Hammer: Es ist uns noch nicht gelungen, bei den Projekten Mühlkreisbahn und Regio-Tram Gallneukirchen-Pregarten eine Beschleunigung der Umsetzung herbeizuführen. Auch im Bereich der Parksituation der Pendler in Linz und bei Park&Ride konnten wir die zuständigen Verkehrspolitiker noch nicht zu Verbesserungen bringen. Hier werden wir dranbleiben. Das Thema Urfahrmarkt ist eines, wo sich besonders gut zeigt, wie chaotisch die Linzer Stadtpolitik unterwegs ist. Die Pendler wurden vertrieben, die Fläche liegt nun schon fast 1,5 Jahre brach und es gibt keine Ideen für die Zukunft. Das ist schlicht und einfach dumm. Bei wichtigen Maßnahmen, wie Breitbandausbau, Betriebsansiedelung und Kooperationen, sind wir auf einem guten Weg, hier braucht es aber in den nächsten Jahren noch weitere Anstrengungen.
Tips: 2019. Was erwarten Sie vom neuen Jahr?
Hammer: Unser Ziel auch 2019 muss es sein, weiterhin Vollbeschäftigung und so hohe Lebensqualität im Bezirk zu haben. Dafür werden wir uns in den verschiedensten Bereichen einsetzen. Wir werden auch lästig bleiben, damit sich in der Verkehrspolitik was bewegt. 2019 wird zweifelsohne ein herausforderndes Jahr.
Tips: Gibt es besondere Dinge, die Sie sich vorgenommen haben?
Hammer: Für mich gibt es 2019 zwei besondere Schwerpunkte für die ich mich besonders einsetzen werde. Die Umsetzung einer Steuerreform, die kleinere und mittlere Einkommen nochmals finanziell entlasten muss. Und zum Zweiten werden wir einen umfassenden Pflege-Plan umsetzen, der die Rahmenbedingungen für pflegende Angehörige und für Pflegekräfte schaffen soll, damit Pflege auch auf Dauer in hoher Qualität erbracht werden kann. Dies braucht auch eine dauerhafte finanzielle Absicherung der Pflege. Als Sprecher für Landesverteidigung ist es mir auch wichtig, das Bundesheer zu stärken, da dies aufgrund der vielfältigen Bedrohungslagen für die Sicherheit unserer Bürger von sehr hoher Bedeutung ist.


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