Immer mehr Waffen in Urfahr-Umgebung
URFAHR-UMGEBUNG. Privater Waffenbesitz boomt. Nicht nur in Texas oder Florida. Auch zwischen Herzogsdorf, Puchenau und Sonnberg gibt es immer mehr Menschen, die sich ein Leben ohne Schusswaffen nicht mehr vorstellen können.

In den USA mit seinen liberalen Waffengesetzen ist es nicht besonders schwierig an eine Pistole oder ein Gewehr zu kommen. In Österreich ist dies laut Bezirkshauptmannschaft Urfahr-Umgebung wesentlich schwieriger. Voraussetzung für die Ausstellung einer Waffenbesitzkarte ist, dass der Antragsteller verlässlich im Sinne des Waffengesetzes und EWR-Bürger ist und darüber hinaus das 21. Lebensjahr vollendet hat. Des Weiteren ist ein Gutachten vorzulegen, ob der Betroffene dazu neigt, insbesondere unter psychischer Belastung, mit Waffen unvorsichtig umzugehen oder sie leichtfertig zu verwenden und auch ein Nachweis, ob der Antragsteller voraussichtlich mit den Waffen sachgemäß umgehen wird. Die Waffenbesitzkarte berechtigt in Österreich jedoch nur zum Besitz, nicht jedoch zum Führen von Schusswaffen.
Ein sensibler Bereich für die Bevölkerung
Waffenrechtliche Dokumente werden von der Bezirksverwaltungsbehörde in der Regel entzogen, wenn ein Mensch alkohol- oder suchtkrank, psychisch krank oder geistesschwach ist oder durch ein körperliches Gebrechen nicht mehr in der Lage ist, sachgemäß mit Waffen umzugehen. Des Weiteren gilt ein Mensch als nicht mehr verlässlich bei diversen Verurteilungen oder wenn er im Zustand der Trunkenheit gewisse Verwaltungsübertretungen begeht. Paul Gruber, Bezirkshauptmann von Urfahr-Umgebung, dazu: „Die österreichische Rechtsordnung sieht für den Besitz und das Führen von Schusswaffen strenge Voraussetzungen vor. Es handelt sich um einen sehr sensiblen Bereich für die Sicherheit unserer Bevölkerung. In diesem Sinne handhaben wir auch die Gesetze mit größter Sorgfalt. Unsere Entscheidungen werden hin und wieder auch bekämpft, wir haben aber eine sehr hohe Bestätigungsrate vom Landesverwaltungsgericht und sehen uns damit in unserer Vorgangsweise immer wieder bestätigt.“
Waffenbesitz ist fest in Männerhand
Trotz dieser Hürden wollen immer mehr Menschen eine Waffe besitzen. Detaillierte Zahlen über illegalen Waffenbesitz gibt es laut Bezirkshauptmannschaft keine. Sieht man sich aber die Zahlen der registrierten Waffen an, ist ein eindeutiger Aufwärtstrend erkennbar. Im Mai 2010 gab es im Bezirk Urfahr gesamt 6.798 registrierte Waffen; im Mai 2019 waren es 9.410. Das entspricht einer Steigerung von 39 Prozent. Und noch ein Prozentsatz ist in diesem Zusammenhang interessant. Gruber: „Interessant ist, dass ein Großteil der Waffenbesitzer männlich ist, im Jahr 2019 sind rund 94 Prozent der im Bezirk registrierten Waffen auf Männer registriert.“


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