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WALDING/LONDON. Julia Huber lebt seit 2005 in London und arbeitet dort als Fremdenführerin mit Fokus auf Familien. Aufgrund der Krise führt sie auch virtuell durch die englische Metropole. Tips hat sich mit der gebürtigen Waldingerin über ihre Arbeit unterhalten.

 (Foto: Katherine Alcock Photography)
(Foto: Katherine Alcock Photography)

Die Reise von Julia Huber beginnt im Frühjahr 2005. Damals beschlossen die Waldingerin und ihr heutiger Ehemann, nach dem Studium nach London auszuwandern. „Er hatte zu dem Zeitpunkt bereits ein Jobangebot in London, im Finanzbereich. Deswegen war es für uns dann eigentlich klar, dass wir sofort – sobald wir in Österreich alles unimäßig erledigt hatten – gemeinsam nach London ziehen“, erinnert sich Huber.

Praktikum absolviert

Vor Ort begann die 39-Jährige zunächst ein Praktikum bei der Österreich Werbung, was nach sechs Monaten zu einer Festanstellung und damit zum Verbleib in London führte. „Und wie es dann halt oft so ist, sind dann die ersten Kinder gekommen und dann hat man das Haus gekauft und dann sind wir halt hiergeblieben. Und jetzt sind wir immer noch hier und planen auch, hier zu bleiben“, so die gebürtige Waldingerin, die anfügt, dass der Brexit auf sie keine Auswirkungen habe, da man bereits die erforderlichen Papiere besitze, um unbefristet bleiben zu können.

Tour durch Graz als Auslöser

Mittlerweile ist Huber Mutter von drei Kindern, Zwillingen im Alter von elf und einer Tochter mit neun Jahren. Nachdem Letztere zirka drei Jahre alt war, wollte sich die 39-Jährige wieder eine Beschäftigung suchen. Auf die Idee, Tourguide zu werden, kam die Waldingerin aber nicht in London, sondern in Graz, nachdem sie dort eine Führung mit Freunden erlebte. Und so begann Huber ihre Recherche über die Möglichkeiten, in London als Guide zu arbeiten. „Ich habe dann sehr schnell festgestellt, dass es zwar Ausbildungen gibt, die so ähnlich wie der Austria Guide in Österreich sind, aber dass es nicht so wie in Österreich vorgeschrieben ist, dass man eine klassische Tourguiding-Ausbildung braucht“, so diese.

Drei Ausbildungen

In der Folge absolvierte Huber insgesamt drei Ausbildungen. Zunächst jeweils ein Jahr die sogenannte „City of London“- und dann die „City of Westminster“-Ausbildung. Darauf folgte dann die zweijährige und besonders intensive Ausbildung für die sogenannte „Blue Badge“. „Das ist tatsächlich so ein blaues Abzeichen und das ist die höchste Ausbildung, die man in Großbritannien als Tourguide machen kann“, erklärt Huber.

Fokus auf Familien

Bereits nach der ersten Ausbildung begann Huber damit, ihre eigene Tour zu entwickeln. Schnell sei ihr klar geworden, dass es vor allem für Fremdenführer, die fließend Deutsch sprechen, einen Markt gab. Zusätzlich spezialisierte sie sich später auch noch auf Familien. London virtuell erleben Gerade als Huber die Blue Badge absolviert hatte, veränderte sich aber auch in London alles mit dem Ausbruch des Corona-Virus. Auf die Idee, dann eben virtuelle Führungen durch die Hauptstadt zu machen, sei man vor Ort schon sehr früh gekommen, Huber habe dies anfangs aber für sich ausgeschlossen. Erst als sie von einer Firma gefragt wurde, für diese eine Tour zu entwickeln und durchzuführen, startete auch die Waldingerin mit diesen. Nachdem das Angebot mit August beendet wurde, begann sie schließlich, ihre Tour etwas zu verändern und auf Deutsch anzubieten. Mit Erfolg: Neben Einzelpersonen führte Huber auf diesem Weg auch schon Schulklassen durch die britische Hauptstadt. Angeboten werden sowohl öffentliche Führungen, wo sich jeder dazubuchen kann, als auch reine Privatführungen.

Vier Termine im November

London-Fans aufgepasst: Im November bietet Huber insgesamt vier öffentliche Termine an: am 1., 7., 8. und 15. November. Mehr Informationen gibt es online unter www.londonmitfamilie.com.


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