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ZWETTL/HÖRSCHING. „Man soll aufhören, wenn es einen noch freut und man 100 Prozent leisten kann und nicht, wenn man muss“, sagt Leo Hartl. Mit Ende Oktober hat der Notfallsanitäter seinen 38-jährigen Dienst beim Roten Kreuz beendet. Nachdem er 2019 beruflich in Pension gegangen ist, hat er zuletzt drei Jahre ehrenamtlich den Notarztdienst in Zwettl verstärkt. Dienstführender Johann Lang arrangierte einen letzten offiziellen Besuch bei seiner langjährigen Wirkungsstätte in Hörsching.

Leo Hartl stammt aus Vorderweißenbach. (Foto: RK UU/Silke Pachinger)
  1 / 3   Leo Hartl stammt aus Vorderweißenbach. (Foto: RK UU/Silke Pachinger)

Seine Karriere beim Roten Kreuz begann für Leo Hartl bereits im Jahr 1978, damals als Zivildienstleistender im Landessekretariat, eingesetzt in der Logistik, Organisation und im Rettungsdienst. Schon bald sollte der gelernte Maurer hier ein Aufgabengebiet entdecken, das seine Begeisterung weckte und ihn von seinem Plan, Baumeister zu werden, abhielt: den Notarztdienst. So wechselte er zum Roten Kreuz und arbeitete daran, dieses Ziel zu erreichen. 1983 war es dann soweit: Hartl wurde beruflicher Notfallsanitäter beim Notarztdienst Linz, damals noch zu Dritt im großen Notarztwagen unterwegs. Seit 1988 wurde er sowohl beim Notarztdienst in Ansfelden, als auch beim neu gegründeten Stützpunkt in Hörsching eingesetzt. Dieser Stützpunkt war aber nicht nur sein beruflicher Einsatzort, hier drinnen würden laut dem Roten Kreuz sein Wissen, seine Ideen und unglaublich viel Energie stecken. Die Dienststelle habe er selbst mitgeplant und mitaufgebaut und war dabei, als am 1. Jänner 1988 der Notarzthubschrauber den Betrieb aufgenommen hat.

 4.500 Hubschraubereinsätze

Insgesamt 4.500 Hubschraubereinsätze sollten es werden, in denen Hartl gemeinsam mit Ärzten und den Piloten Leben rettete und Verletzte sowie Erkrankte optimal versorgte. Egal, wie herausfordernd die Situation auch war. „Du musst ruhig hinkommen und jedes Ereignis ganz neu einschätzen, offen bleiben, dich nicht in gedanklichen Vorstellungen verrennen, denn dann übersiehst du möglicherweise was Wichtiges“, betont der langjährige Notfallsanitäter.

„25 Jahre fliege ich. Dann höre ich auf“

Das Ziel des Vorderweißenbachers: „25 Jahre fliege ich. Dann höre ich auf“. Deshalb beendete er auch bereits 2013 seine Tätigkeit beim Notarzthubschrauber. Als Notfallsanitäter war Hartl allerdings weiterhin im Einsatz, ab diesem Zeitpunkt ausschließlich bodengebunden mit dem Notarzteinsatzfahrzeug. Mit Führungen durch den Stützpunkt für interessierte Besuchergruppen riss auch der Kontakt zum Flughafen nicht ab.

Für sein 40-jähriges Wirken im Roten Kreuz wurde ihm bei der Bezirksstellenversammlung des Roten Kreuzes Urfahr-Umgebung am 4. November gedankt und die Verdienstmedaille in Gold verliehen, umrahmt von Standing Ovations und minutenlangem Applaus.

 Viele Pläne für die Rotkreuz-Pension

Langweilig werde dem nunmehrigen Rotkreuz-Pensionisten aber nicht: Hartl gilt als passionierte Wanderer und Bergsteiger, der seine Zeit gerne mit seiner Frau, den drei Kindern und acht Enkelkindern verbringt. Als erfahrener Imker betreut und coacht er Jung-Imker und als Instandhalter kümmert er sich um die Holzbänke entlang der Wanderwege in und rund um seinen Heimatort Vorderweißenbach.


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