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Rettungsaktion an der Grenze: "Da sind mir die Tränen gekommen"

Nicole Dirnberger, 15.03.2022 09:51

GRAMASTETTEN. David Krauze fuhr mit vier weiteren Personen an die ukrainische Grenze und rettete dabei 40 Flüchtlinge. „Da sind mir die Tränen gekommen“, sagt er zu einer Situation vor Ort. Gemeinsam mit den Gramastettnern und der Kirche sammelte er davor Spenden für die Ukraine.

Auch die Gramastettner helfen der Ukraine. Foto: Katharina Varjai
Auch die Gramastettner helfen der Ukraine. Foto: Katharina Varjai

Einfach nur in das Handy hineinschauen und dabei zuschauen, wie in rund 1.300 Kilometern Luftlinie Entfernung Krieg herrscht – das konnte David Krauze nicht. Zusammen mit seiner Frau überlegte er, was er tun kann und startete eine Spendenaktion. Seine Chefin Christa Trixl gibt dabei sofort grünes Licht für einen Reisebus. Der Busfahrer bekommt einen von seinem Arbeitgeber Welser aus Traun zur Verfügung gestellt. Den Bus konnte er vor der Kirche abstellen. Im Freien wurden die Spenden angenommen, sortiert und in den Bus eingeladen. Großzügig spendeten die Gramastettner und auch der Linzer Verein Support Ukraine Now Upper Austria stellte einen Großteil der gespendeten Sachen zur Verfügung. Bereits nach zwei Tagen ist der Bus mit 5,5 Tonnen an Sachspenden beladen.

Bilder, die man nie vergisst

Mit seinem Kollegen Robert Mager, zwei Ärzten aus Linz und der Ukrainerin Anna Klymenko fuhr er schlussendlich an die ukrainische Grenze. An der ukrainischen Grenze angekommen, ereigneten sich Szenen, die man sich so nicht vorstellen kann, erzählt Krauze. „Das sind Bilder, die man nie vergisst. Es ist schon etwas anderes, ob man etwas im Fernsehen sieht, oder in echt.“ Mütter tragen ihre Kinder, die Flüchtlinge sind erschöpft. Kurzerhand entschloss man sich die Spenden zu liefern und gleichzeitig jedoch auch Leben zu retten. Ein junges Paar kam mit einem kleinen Kind am Bus an. Krauze dachte sich alle drei steigen in den Bus ein und kommen mit nach Oberösterreich. Jedoch verabschiedete sich das Paar unter Tränen, der Mann lief weg. „Da sind mir die Tränen gekommen“, erzählt Krauze über diese Situation. Er fragte die Frau, warum der Mann nicht mitkommt. Er gehe nach Kiew kämpfen, antwortete sie. „Da fragt man sich schon, ob sich diese Leute wohl das letzte Mal gesehen haben.“

Lange Wartezeiten an der Grenze

An sich erfolgte die Rettungsaktion der Flüchtlinge problemlos, erzählte David Krauze. „Die Österreicher haben geschaut, ob der Reisepass vorhanden ist und die Geburtsurkunde der Kinder.“ 40 Personen konnten mit dieser Aktion aus der Ukraine gerettet werden. Erst am Samstag wurde erneut ein Bus verladen, der sich wieder mit zahlreichen Spenden auf den Weg in die Ukraine machte.


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