„Konsumenten wollen Tierwohl und regionales Fleisch, aber keiner mag den Hof in der Nachbarschaft haben“

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Mag. Jacky Stitz Tips Redaktion Mag. Jacky Stitz, 29.06.2022 08:00 Uhr

GRAMASTETTEN. Landwirt Christian Gierlinger - sein Hof wird seit Generationen in Amberg bewirtschaftet - steht vor einem Problem: „Ich möchte meinen Betrieb von Schweine- auf Masthühnerhaltung umstellen. Aber bevor ich überhaupt was machen kann, laufen die Nachbarn schon Amok“, so könnte man seine Situation beschreiben. Die Anrainer einer kleinen Siedlung haben Angst vor Lärm, Tierwohl und Geruch. Und organisieren Treffen, die das Projekt bereits vor dem Start schon unterbinden (könnten)...

„Ich liebe meine Arbeit als Landwirt“, betont der 39-Jährige. „Doch der aktuelle Preisverfall bei Schweinefleisch ist mies, die Leute essen auch immer mehr Geflügelfleisch. Daher musste ich mir was überlegen“, berichtet der Gramastettner. Er möchte auf einen Masthühner-Betrieb mit maximal 39.900 Hendl umstellen. „Ich habe mich bis jetzt lediglich bei der Gemeinde zwecks Sonderausweisung für unabhängige Tierhaltung informiert. Mehr nicht. Und anstatt dass die Nachbarn der kleinen Siedlung mich direkt gefragt hätten, was ich vorhabe, wird die Nachbarschaft mit negativer Stimmungsmache vergiftet“, sagt der Bauer. Seit Generationen gibt es die aktive Landwirtschaft auf seinem Hof, viele Häuser in der Nachbarschaft sind erst danach gebaut werden. „Wir sind hier am Land. Landwirtschaft lebt und existiert am Land. Jeder Konsument verlangt nach hochwertigem Fleisch aus der Region, aber keiner will den Stall in seiner Nachbarschaft haben. Dabei würde ich hier Fleisch für die Linie FairHof von Hofer produzieren, nach hohen Tierwohl-Kriterien“, klärt Christian Gierlinger auf. Er versteht einfach nicht, warum die Nachbarschaft hier so aktiv gegen ihn mobilisiert und zu eigenen Gegen-Veranstaltungen mittels Postwürfen einlädt.

Sorge in der Nachbarschaft

Die Nachbarn hingegen befürchten einen zunehmenden Verkehr, negative Auswirkungen auf die Umwelt und Sicherheit, steigende Emissionen, Sorge um das Wohl der Tiere und vor allem eins: „Eine immense Geruchsbelästigung“, so ein Anrainer. Gierlinger kontert: „Ich bin offen für persönliche Gespräche - obwohl es hinter meinem Rücken schon Unterschriftenlisten gegen mein Projekt gibt“, so Gierlinger.

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