Alfred Seebacher: „Picasso war ein sehr vielfältiger Künstler“
OTTENSHEIM. Am 8. April jährt sich der Todestag von Pablo Picasso zum 50. Mal. Alfred Seebacher aus Ottensheim ist vom Schaffen des spanischen Ausnahmekünstlers begeistert, doch das war nicht immer so.

„Eigentlich haben mir früher die Impressionisten, wie Claude Monet, besser gefallen, aber irgendwann haben mich die Werke von Picasso fasziniert, erzählt Seebacher. Und so fing der pensionierte Zahnarzt aus Ottensheim an, sich für die Werke des in Malaga geborenen Malers zu interessieren. Seebacher: „Picasso war ein sehr vielschichtiger Mensch, er hat sich als Kämpfer gegen den Faschismus politischer Themen angenommen, und engagierte sich nach seinem Eintritt in die kommunistische Partei stark für die Friedensbewegung. Hier sind besonders seine bekannten Friedensplakate, von denen zwei auch für Kongresse in Wien entstanden, zu erwähnen.
Eine Weinetikette für Château Mouton Rothschild
Doch, dass der Wahlfranzose – Picasso lebte lange Zeit in Paris und an der südfranzösischen Cote d’Azur in der Nähe von Nizza – neben dem Schaffen seiner berühmten Gemälde auch viele andere künstlerische Tätigkeiten ausübte, ist leider noch immer nur wenigen Menschen bekannt. Seebacher: „Picasso war ein sehr vielfältiger Künstler, das ist auch ein Teil der Faszination, die von ihm ausgeht.“ Und so schuf der 1973 verstorbene Exzentriker nicht nur berühmte Ölgemälde, wie „Demoiselles d’Avignon“ als Schlüsselwerk des Kubismus oder „Guernica“, mit dem er gegen die Bombardierung der baskischen Stadt Guernica protestierte, sondern fertigte auch zahlreiche Töpfereiarbeiten an, war ein großartiger Buchillustrator, lieferte Illustrationen für Zeitschriften, spendete Zeichnungen, um Amnestiebewegungen für politisch Inhaftierte zu unterstützen, und entwarf sogar eine Weinetikette für Château Mouton Rothschild, einen der gefragtesten Rotweine der Welt. Seebacher: „Picasso sah in seinen Bildern nicht nur reines Vergnügen mit dem Sinn des Erfreuens der Betrachter seine Werke. Kunst war für ihn auch eine politische Waffe und ein Teil seines Kampfes als Mensch.“
Friedens- und Stierkampfplakate
Doch der Ottensheimer ist von einer ganz speziellen Darstellungsform begeistert, wie er mit einem Lachen erzählt. „Picasso hat in seinem Leben etwa 60 bis 80 Plakate als Originalgrafiken geschaffen oder Originalentwürfe dafür geliefert, wobei diese in verschiedensten Techniken und Auflagenhöhen gedruckt wurden.“ Und diese Plakate sammelte der ehemalige Zahnarzt, der seit letztem Jahr die Pension genießt. „Ich besitze fast alle Original-Plakate, darunter alle Friedens- und alle Stierkampfplakate und es gibt wohl nur zwei Sammler, deren Sammlung noch kompletter ist“, erzählt Seebacher, der im Ruhestand viel Zeit mit seinem Hobby verbringt, vielleicht sogar zu viele Stunden, denn „ich verbringe oft ganze Nächte mit meiner Sammelleidenschaft“, erzählt Seebacher, der einen ganz besonderen Wunsch hat: „Eine Ausstellung in Österreich mit meinen Picasso-Plakaten durchführen zu können, wäre mein großes Ziel, aber es ist gar nicht so einfach, geeignete Räumlichkeiten zu finden. Vielleicht ergibt sich ja doch eine Möglichkeit, zumal es schon große Ausstellungen in Basel in der Schweiz und in Malaga gab und in Deutschland sogar ein eigenes Picasso-Plakate-Museum in Heidenheim existiert.“


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