Hunde-Expertin aus Kirchschlag: „Der Schutz des Menschen ist das Wichtigste“
Kirchschlag. Das Zusammenleben von Menschen und Hunden ist nicht immer frei von Konflikten. Im schlimmsten Fall werden durch Hunde auch Menschen verletzt oder sogar getötet. Inge Eberstaller (77), Präsidentin des Österreichischen Dobermannklubs, setzt daher auf Bewusstseinsbildung.

Die Bestechung ist eingepackt. Nein, keine Euro, sondern Hundeleckerlis sollen für ein entspanntes Gesprächsklima sorgen. Schließlich ist Inge Eberstaller nicht alleine zum Interview gekommen. An der Leine begleitet sie ihre Dobermannhündin „Dscharka“. Und die Chemie zwischen mir und der zweijährigen schwarzen Schönheit scheint sofort zu stimmen. Behutsam verschwindet der angebotene Snack zwischen den weißen Zähnen der Hündin. Als Dankeschön gibt es einen Stupser mit der feuchten Hundenase. „Wichtig ist, dass man die Zeichen eines Hundes richtig liest“, verrät Eberstaller. Anscheinend kann ich mit Tieren ganz gut. Doch nicht jeder scheint das zu können, wie die in Kirchschlag wohnende Eberstaller erklärt: „Viele informieren sich nicht ausreichend über die Charaktereigenschaften eines Hundes und sind nach der Anschaffung eines Tieres mit seinen Bedürfnissen überfordert.“
Die Erziehung ist entscheidend
Die Hundeexpertin weist, während „Dscharka“ die Umwelt beobachtet, auch auf zwei andere oft unterschätzte Fakten hin: „Ein Dobermann kostet den Besitzer im Monat rund 150 Euro, Nahrung und Haftpflichtversicherung inklusive. Und um hohe Tierarztkosten zu vermeiden, empfiehlt es sich, schon im Welpenalter eine entsprechende Krankenversicherung abzuschließen.“ Während „Dscharka“ gehorsam Platz nimmt, schließlich ist sie meinem „Sitz“ ohne Debatte gefolgt, wird das Thema etwas ernster. Wie können ernsthafte Zwischenfälle zwischen Tier und Mensch verhindert werden, möchte ich von der Hundeexpertin erfahren. „Ganz wichtig ist, dass Hunde von Fachleuten erzogen werden. Gerade bei der Erziehung werden leider viele Fehler gemacht. Das liegt etwa daran, dass man zu wenig Zeit mit dem Hund verbringt oder dem Tier nicht vermittelt, dass ein Angriff auf einen Menschen ein Tabu ist.“
Clint Eastwood und Robbie Williams
Für Eberstaller ist ein Verbot gewisser Hunderassen keine Lösung, denn: „Es ist leicht, durch neue Züchtungen etwaige Regeln zu umgehen.“ Eine Lösung sieht die Hundeexpertin, die mit ihren Tieren schon Schauspiellegende Clint Eastwood oder Sänger und Entertainer Robbie Williams bei ihrer Arbeit unterstützt hat, in der Verwendung von Maulkorb und Leine. „Entscheidend und hilfreich ist, dass sich der Hund schon als junges Tier an den Maulkorb gewöhnt. Denn so findet er ihn später nicht mehr störend“, sagt Eberstaller, die erklärt: „Auf jeden Fall ist der Schutz des Menschen das Wichtigste.“


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