Josef Eidenberger: vom beliebten Lehrer zum erfolgreichen Politiker und akribischen Buchautor
WALDING. Seit seinem Pensionsantritt ist es still geworden um den ehemaligen Bürgermeister und Landtagsabgeordneten von Walding, Josef Eidenberger. Selbstgewollt, wie er glaubhaft versichert. Ihm ist es wie kaum einem anderen gelungen, auf die Sekunde zu 100 Prozent von einem 16- bis 17- Stunden-Arbeitstag ins Privatleben zu wechseln und sich endlich seinen Hobbys zu widmen.

Stundenlang am Synthesizer seine Musik zu spielen, dem Enkerl Instrumentalunterricht zu geben, Radfahren, Schifahren und mit einer riesigen Begeisterung und einem grünen Daumen Garteln. Was viele aber nicht wissen: Josef Eidenberger, alias Eidi, hat mit der ihm eigenen Hingabe und Begeisterung – treffender wäre, von „Besessenheit“ zu sprechen – in den letzten zwanzig Jahren die Geschichte seiner engsten Heimat professionell aufgearbeitet und sie in etlichen Büchern, mit Hunderten Fotos garniert, festgehalten. Bücher, die er vordergründig seiner Familie, seinen Geschwistern, seinen Enkerln schenkt, um sie am einzigartigen, hochinteressanten Wissen seiner näheren Heimat teilhaben zu lassen.
Der Rebell und Freigeist wird Buchautor
Alt-Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) nannte ihn anlässlich der Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens den „Baumeister des neuen Walding“. Für andere war er, wenn er wieder einmal gegen „das Land, das die Gemeinden aussaugt“, wetterte, der „Rebell“. Für die Bevölkerung des vom Junihochwasser von 2013 arg betroffenen Eferdinger Beckens war er ein Mutiger, der unbeirrbar für eine klare Offenlegung der Fakten eintrat und um nachhaltige Lösungen rang. Für manch politischen Wegbegleiter war er oftmals ein „Unbequemer“. Der Freigeist, wie viele ihn nannten, stand immer zu seiner Meinung, auch wenn diese nicht immer der Parteilinie entsprach. Für viele war er jedoch immer „der Eidi“, der Kumpel, der für jeden ein freundliches Wort parat hatte, der zuhören konnte, der extrem viel arbeitete, der sein selbst formuliertes Vorhaben – Politik mit Leidenschaft und Verantwortung – auch vorlebte.
Als Autor arbeitete Eidenberger mit viel Akribie bereits die Geschichte seiner Geburtsgemeinde Ottensheim oder die der Dürnberger Bauernhöfe auf. Im Buch „Zurückschauen in die Vergangenheit“ vertiefte er sich in die Geschichte des etwa 25 Kilometer langen Streifens entlang der Donau zwischen Aschach und Linz, in dem er den Großteil seines Lebens verbrachte.
Quasi zum persönlichen Selbstreinigungsprozess seiner psychischen Betroffenheit gestaltete sich die ungeschminkte Darstellung im Werk „Tausche Eferdinger Becken gegen Machland“ rund um die dramatischen Ereignisse des „beeinflussten“ Juni-Hochwassers von 2013.
„Mein erstes Viertel“ betitelte er die Zeit seiner allerersten Kindheitserinnerungen. Spannend auch sein Buch „Mein drittes Viertel“, in dem er Highlights, aber auch Tiefpunkte seines 24-jährigen Lebens in der Politik (Bürgermeister, Abgeordneter, SPÖ-Bezirksvorsitzender) in launiger Darstellung, einer Portion Selbstironie, aber auch die Dinge beim Namen nennend zusammenfasst.
„Walding – zwischen Zeiten und Grenzen“
Sein ganzer Stolz gilt aber seinem jüngsten literarischen Werk „Walding – zwischen Zeiten und Grenzen“. In hunderten Stunden verkrallte er sich dafür in den letzten Jahren in die Recherche, beginnend von den Anfängen der Region, und spannte den weiten Bogen bis ins 21. Jahrhundert. Das Werden der Pfarre, der Gemeinde, das Aufblühen einer bis dahin bedeutungslosen Gegend, das fasziniert. „Irgendwie habe ich mir mit diesem Buch einen lebenslangen Wunsch, mehr über den Lebensraum, in dem ich bislang den Großteil meines Lebens verbringen durfte, in Erfahrung zu brin- Foto: Herbert Schöttl gen, erfüllt“, so Eidenberger.


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