Preis für Wirksamkeit und Lebensnutzen: Vorzeigeprojekte aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung
URFAHR-UMGEBUNG. Bei der Jahrestagung der KBW (Katholisches Bildungswerk)-Treffpunkte Bildung OÖ wurde der Preis für Wirksamkeit und Lebensnutzen verliehen. „Damit werden Bildungsangebote gewürdigt, die den Aspekt der Wirksamkeit bewusst in den Blick nehmen, sowie Sinn und Lebensnutzen gezielt in den Vordergrund stellen“, so Leiterin Michaela Wagner. Auch drei Projekte aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung finden sich unter den ausgezeichneten Projekten.

KBW-Treffpunkt Bildung Reichenau im Mühlkreis: Klimaschutzvortrag und Experiment Zukunft
(Treffpunkt-Leiterin ist Helga Danner)
Am Anfang dieses Projektes stand der Vortrag von Helga Kromp-Kolb mit dem Titel „Klimawandel – was kann ich dagegen tun?“Weil jeder etwas beitragen kann, wurde im Anschluss die Impulsreihe „Experiment Zukunft“ durchgeführt, bei der jeder Einzelne kleine Experimente zu unterschiedlichen Themen wie Solidarität oder Nachhaltigkeit umsetzt. Daraus wiederum entstand die Idee, dass die Pfarre dem Klimabündnis beitreten könnte – diese Idee wird derzeit sondiert.
Statement der Jury: Beeindruckend ist die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema auf unterschiedlichen Ebenen und das konkrete Ins-Tun-Kommen der Teilnehmenden. Auch dass kirchenfernere Personen, die nicht zum „Stammpublikum“ gehören, angesprochen werden konnten, bestätigt die nachhaltige Wirkung des Projekts.
Frage an das Team bei der Preisverleihung: Welchen Tipp habt ihr für andere Treffpunkte, die auch überlegen, Teilnehmende mehr zu beteiligen und selbst ins Tun zu bringen?„Sich auf Neues einlassen! Für uns war das Experiment Zukunft die 1. Veranstaltung mit einer fixen, doch kleineren Teilnehmergruppe und einer Moderatorin. Wir haben gemerkt, dass es nur so möglich war, ALLEN Teilnehmenden eine ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Aktive Mitarbeit wurde zwar eingefordert aber wirklich maßgebend erscheint uns, dass alle selbst entscheiden durften, in welches eigene Experiment man Zeit und Energie investierte“, so Leiterin Helga Danner.
KBW-Treffpunkt Bildung Walding: Bücherinsel
(Treffpunkt-Leiterin ist Rosa Thaller.)
Das Team hat eine alte Telefonzelle zu einer Bücherinsel umgebaut. Jeder kann kostenlos und unkompliziert Bücher ausborgen und Bücher für andere zur Verfügung stellen. Durch den zentralen Standort (neben Kirche und Schule) bekommt die Bücherinsel große Aufmerksamkeit und leistet einen wichtigen Beitrag zur Leseförderung sowie zur Bekanntheit des KBW. Darüber hinaus wird das Thema Ressourcenverbrauch und Kreislaufwirtschaft thematisiert.
Für die Jury war entscheidend, dass viele Menschen sich bei der Gestaltung und Betreuung aktiv beteiligen und durch ein ergänzendes Programm, wie Lesungen und ein Bücherinselfest, Begegnungen ermöglicht und ein niederschwelliger Zugang zu kirchlichen Angeboten gefördert wird.
Frage an das Team bei der Preisverleihung: „Was plant ihr, damit die positive Außenwirkung der Bücherinsel langfristig erhalten bleibt?
Das Team: „Es wird darauf geachtet, dass der Bestand, der Zustand der Bücherinsel ansprechend ist und vor allem auch für Kinder immer genug Lesestoff vorhanden ist. Hinweise auf Neuzugänge folgen im Facebook Auftritt. Im Pfarrbrief gibt es eine Bücherinselseite mit einem Lesetipp aus dem Bestand. Die Veranstaltungsformate „Lesefest und Offene Lesebühne“ werden im Kirchengarten weitergeführt und auch Lesungen werden stattfinden, z.B. heuer im September mit David Fuchs und seinem neuen Buch „Zwischen Mauern“ und Beiträgen von Betroffenen der aktuellen Situation im Pflegebereich. Kooperationen mit dem Waldinger Kulturverein KUIWA, der Gesunden Gemeinden und der Bibliothek wären geplant, gestalten sich aber wegen Personalgründen derzeit schwierig. Ein Lese- und Schreibfest mit Textwerkstatt und verschiedenen Workshops vor Schulschluss ist in Zusammenarbeit mit der Volksschule und der Freien Waldorfschule in Planung.“
KBW-Treffpunkt Bildung Bad Leonfelden: Repair Café
(Treffpunkt-Leiter ist Walter Raml.)
Das Repair Café bringt Menschen zusammen, um gemeinsame Dinge zu reparieren und dadurch nachhaltiges Handeln zu fördern. Jeder kann Geräte mitbringen. Fachleute und Hobbybastler stehen mit Rat und Tat zu Seite und unterstützen bei der Reparatur. Bei Kaffee und Kuchen kann man ins Gespräch kommen und sich über das hoffentlich erfolgreiche Ergebnis unterhalten. Der Jury hat u.a. besonders gefallen, dass eine breite Beteiligung unterschiedlicher Gruppierungen wie Schulklassen, ASZ, örtliche Gewerbetreibende, Asylwerber…. stattfindet. Auch die Aspekte der Nachhaltigkeit, Stärkung der Selbstwirksamkeit und die Weiterführung des Projekts sind für die Juryentscheidung wesentlich.
Frage an den Initiator Herbert Ratzenböck: Was ist neben dem Reparieren der Mehrwert dieses Projekts?
„Bei den bisher abgehaltenen fünf RepairCafé-Terminen hat sich insbesondere auch eine sozialer Nachhaltigkeits-Effekt einer solchen Veranstaltung gezeigt“, so Ratzenböck. „Es kommen etwa auch - schon - alleinstehende Personen nur zum Schauen, Tratschen und auf einen Kaffee vorbei.Aber auch die Reparateure lernen von den Kenntnissen und Fähigkeiten der anderen ehrenamtlichen Reparaturhelfer. Wenn sich der erste Ansturm gelegt hat, wird gemeinsam Hand angelegt und an der Wiederinstandsetzung getüftelt.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden