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Engerwitzdorfer schaffte es mit transplantierter Lunge auf den höchsten Berg Amerikas

Martina Gahleitner, 25.02.2026 14:01

ENGERWITZDORF/WIEN. 6.691 Meter hoch ist der Aconcagua in Argentinien, auf dessen Gipfel es Helmut Steigersdorfer geschafft hat. Das Besondere an dieser sportlichen Leistung: Der Engerwitzdorfer lebt seit 2002 mit einer transplantierten Lunge. Bei der Expedition handelte es sich um ein Forschungsprojekt von MedUni und AKH Wien.

Gipfelsieg für Helmut Steigersdorfer (Foto: MedUni Wien / Lunge Aktiv - Pablo Betancourt)
  1 / 5   Gipfelsieg für Helmut Steigersdorfer (Foto: MedUni Wien / Lunge Aktiv - Pablo Betancourt)

Die Tour in Südamerika auf den Aconcagua war bereits das dritte Ziel von Hochgebirgsexpeditionen für Lungentransplantations-Patienten, die vom Lungenfacharzt Peter Jaksch (Universitätsklinik für Thoraxchirurgie) maßgeblich initiiert, organisiert und begleitet wurden. Zentrales Anliegen ist es, die Leistungsfähigkeit von Menschen nach Organtransplantationen sichtbar zu machen.

Gipfelsieg soll Hoffnung und Zuversicht geben

Von den acht teilnehmenden Lungentransplantierten aus Österreich, der Schweiz, den USA, Kroatien und Dänemark sowie einer lebertransplantierten Frau aus der Schweiz erreichte die Mehrheit gemeinsam mit dem Begleitteam Höhen von über 5.500 Metern – allesamt ohne Zuhilfenahme von zusätzlichem Sauerstoff. Helmut Steigersdorfer schaffte es als einziger Patient, begleitet von acht Teammitgliedern, sogar auf den Gipfel des Aconcagua auf 6.691 Metern. „Ich wollte zeigen, was unter kontrollierten Bedingungen mit einer vor 24 Jahren transplantierten Lunge machbar ist, und damit Hoffnung und Zuversicht geben“, sagt der 50-Jährige aus Engerwitzdorf, dem 2002 im AKH Wien eine Spenderlunge implantiert worden ist. Der Gipfelsieg war für ihn eine „außergewöhnliche Erfahrung – körperlich, mental, aber auch menschlich.“ Angst vor medizinischen Komplikationen hatte Steigersdorfer nicht: „Bei so einer Dichte an kompetenten Ärzten am Berg – da brauchte ich keine Zusatzversicherung.“

Wissenschaftliches Feldlabor

Während der Expedition wurden die Teilnehmenden von einem Ärzteteam der MedUni Wien medizinisch betreut und der Gesundheitszustand der Bergsteiger engmaschig kontrolliert. Die dabei gesammelten Daten werden nun an der MedUni Wien wissenschaftlich ausgewertet. „Die Expedition war nicht nur eine außergewöhnliche sportliche Herausforderung, sondern vor allem ein wissenschaftliches Feldlabor unter realen Bedingungen“, sagt Jakob Mühlbacher (Universitätsklinik für Allgemeinchirurgie), der die Expedition organisatorisch und medizinisch unterstützte.

Zu medizinischen Notfällen kam es bei der Aconcagua-Expedition nicht. Im Gegenteil: Der Gipfelerfolg zeigt das Potenzial moderner Transplantationsmedizin.


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