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LICHTENBERG/LINZ. Hammerzehen, verkürzte Sehnen und oft der Hallux valgus, sind weitverbreitete Krankheiten, die durch das Tragen von falschen Schuhen begünstigt werden. Welche Schuhe die „falschen“ sind, wie viel Absatz verträglich ist und ob Barfußschuhe eine sinnvolle Alternative sind, darüber informiert Fußspezialist Thomas Stumpner aus Lichtenberg. Der Oberarzt arbeitet in der Orthopädie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern.

  1 / 2   Die beiden Oberärzte Thomas Stumpner (l.) und Dietmar Mattausch mit einem High Heel. Trägt man diese Schuhe regelmäßig, wird der Fuß in eine unnatürliche Stellung gebracht. So können schwere Schäden entstehen. (Foto: Ordensklinikum Linz/Wakolbinger)

„Ein Schuh ist dann falsch, wenn er den Fuß in eine Form bringt, die nicht der natürlichen Stellung entspricht“, so Oberarzt Thomas Stumpner aus Lichtenberg. Er rät: „Wenn ein Schuh bereits beim Probieren drückt oder Schmerzen verursacht, sollte man ihn nicht kaufen. Denn ein Schuh passt sich im Regelfall nicht an den Fuß an.“

Besonders zu schmale oder zu kurze Schuhe oder Schuhe mit zu hohen Absätzen können zu Problemen führen. „Hat der Vorfuß nicht genügend Platz im schmalen Schuh wird die Großzehe in eine Fehlstellung gedrängt“, so auch sein Kollege Dietmar Mattausch. Ein Grund für die Entstehung eines Hallux valgus (Ballenzeh), der häufigsten Fehlstellung am Fuß. 23 Prozent der 18- bis 65-Jährigen und 36 Prozent der über 65-Jährigen sind davon betroffen, Frauen deutlich häufiger als Männer.

Behandlungsmöglichkeiten von Zehenfehlstellungen

„Ein gut sitzender Schuh kann die Entstehung eines Hallux valgus aber nicht verhindern“, so Stumpner. Ist die Fehlstellung einmal entstanden, können konservative Maßnahmen wie Einlagen, Fußgymnastik oder Physiotherapie Beschwerden lindern. „Ein fortgeschrittener Hallux valgus lässt sich dadurch aber zumeist nicht korrigieren“, betont der Orthopäde. Zudem schreitet die Verformung mit der Zeit meist fort und erfordert bei starker Fehlstellung häufig eine Operation.

„Man sollte dabei nicht warten, bis die Schmerzen unerträglich werden oder die Fehlstellung zu deutlich fortgeschritten ist. Frühzeitige Eingriffe ermöglichen meist schonendere Operationsmethoden und sind weniger invasiv“, erklärt Oberarzt Mattausch.Auch hohe Absätze können gesundheitliche Folgen haben. Sie begünstigen eine Verkürzung der Achillessehne und verändern die Belastung des gesamten Fußes. Will man trotzdem hohe Schuhe tragen, kommt es immer auf das richtige Maß an. „Entscheidend sind sowohl die Höhe des Absatzes als auch die Tragedauer hochhackiger Schuhe. Gegen das gelegentliche Tragen bei festlichen Anlässen spricht in der Regel nichts – für den täglichen Gebrauch sind hohe Absätze allerdings nicht geeignet“, sagt Mattausch. Ist die Achillessehne bereits verkürzt, können Physiotherapie, Dehnungsübungen oder Einlagen helfen.

Bewegung und Barfußgehen stärken die Füße

Regelmäßige Übungen tun auch gesunden Füßen gut. Die Experten empfehlen einfache Bewegungsübungen wie Wadendehnungen oder „Greifübungen“ mit den Zehen – idealerweise integriert in den Alltag. „Das lässt sich problemlos beim Zähneputzen oder während des Kaffeekochens machen“, so Thomas Stumpner.

Darüber hinaus raten die Fußspezialisten gesunden Menschen dazu, häufiger barfuß auf unterschiedlichem Terrain wie Gras, Schotter oder Rindenmulch zu gehen. Das trainiere die Fußmuskulatur und fördere die natürliche Bewegung des Fußes. Barfußschuhe beurteilen die Experten hingegen differenziert.

Grundsätzlich gilt: Auch gutes Schuhwerk hat nur eine begrenzte Lebensdauer. Abnützungen zeigen sich meist zuerst an der Sohle – oft noch bevor das Obermaterial Verschleißerscheinungen aufweist. Und noch einen wichtigen Tipp geben die Experten mit: Schuhe sollten unbedingt vor dem Kauf anprobiert werden. Denn gerade beim Onlinekauf besteht das Risiko, dass Schuhe nicht optimal passen.


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