Junge Autorin aus Altenberg hält mit 14 ihren ersten Roman in Händen
ALTENBERG/LINZ. Während andere in ihrem Alter am Handy scrollen, schreibt Aliah Ortner. Mit gerade einmal 14 Jahren hält die Altenbergerin nun mit „Peace“ ihren ersten Roman in Händen – geschrieben auf Englisch.

Sie schreibt, seit sie klein ist. Bei Aliah Ortner ist das tatsächlich der Fall. Noch bevor sie in die Volksschule kam, hat sie schon kurze Briefe geschrieben – ihre Mama hatte es ihr beigebracht.
Ab der Volksschule war sie dann nicht mehr zu bremsen. „Ich hatte immer das Problem, dass ich zu lang geschrieben hab'. Die Texte hätten so 100 Wörter haben sollen, bei mir waren es 400“, erzählt die heute 14-Jährige, die das Europa Gymnasium Auhof in Linz besucht. Als Corona kam und die Schulen geschlossen wurden, war für sie klar: „Ich brauche eine Beschäftigung. Also hab ich angefangen, ein Buch zu schreiben.“ Das erste sei jetzt „kein literarisches Meisterwerk“ gewesen, sagt sie selbstkritisch. Doch es war der entscheidende Anfang.
Nach einem Schicksalsschlag zurück ins Leben
Ende 2024 begann sie dann mit „Peace“, ihrem ersten veröffentlichten Roman. Aliah erzählt darin die Geschichte der 16-jährigen Jane, die bei einem Terroranschlag ihre große Schwester verliert. „In dem Buch geht es darum, wie Jane ihre ersten Schritte zurück ins Leben nimmt und ob sie ihren inneren Frieden wiederfindet, darum auch der Titel 'Peace'.“ Es geht um Verlust, Heilung, Freundschaft, Beziehungen – um Menschen, die bleiben und um jene, die gehen. Darum, „wie so ein Ereignis, was von einem Moment auf den anderen passiert, einfach alles verändert.“
Die 14-Jährige schreibt nicht aus Erfahrung. Sie hat noch niemanden verloren, der ihr wirklich nahestand. Doch Aliah hat schon früh begonnen, sich für Menschen und ihr Verhalten zu interessieren. Sie beobachtet genau, hört zu, versucht zu helfen. In der Schule sei sie ein bisschen die „Klassenpsychologin“: „Ich würde mich als empathisch bezeichnen. Ich habe für jeden ein offenes Ohr.“
Schreiben ist für sie auch ein Ventil, um Gedanken zu sortieren – besonders in Gedichten, die oft spontan entstehen, manchmal sogar in einer Schulpause. Meist schreibt Aliah aber abends oder in der Nacht. „Wenn ich das Gefühl habe, schreiben zu müssen, dann schreibe ich.“
Dass sie immer öfter auf Englisch schreibt, liegt daran, dass „ich die englische Sprache einfach richtig schön finde.“ Ihr Vater hat schon früh begonnen, mit ihr Englisch zu sprechen, später las sie immer mehr in dieser Sprache – irgendwann schrieb sie automatisch auch auf Englisch.
Dass „Peace“ tatsächlich veröffentlicht wird, war ursprünglich gar nicht der Plan. Freundinnen und Klassenkollegen haben sie dazu ermutigt. Inzwischen ist „Peace“ online auf Amazon und bei Thalia erhältlich. Auch einen ORF-Beitrag gibt es schon über die 14-Jährige. „ Es ist jetzt schon viel größer, als ich jemals gedacht hätte.“
An Ideen für ein neues Buch mangelt es nicht. Aliah hat sogar schon ein bisschen angefangen, Details verraten will sie aber noch nicht. Einen Traum, den sie verfolgt? „Natürlich wäre es cool, einen Bestseller zu schreiben“, überlegt die Jungautorin. Einen Kindheitstraum hat sie sich aber schon jetzt erfüllt: Ein Buch in den Händen zu halten, das sie selbst geschrieben hat und wo ihr Name draufsteht.


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