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26-Jährige Alberndorferin ist neue Bezirksbäuerin in Urfahr-Umgebung

Mag. Jacky Stitz, 06.03.2026 13:06

ALBERNDORF. Vanessa Aufreiter wurde soeben in der Fachschule Bergheim, Feldkirchen, zur neuen Bezirksbäuerin gewählt. Die 26-Jährige lebt mit ihrer Familie am elterlichen Bauernhof ihres Mannes in Hadersdorf, Gemeinde Alberndorf. Dort führt die verheiratete Mutter zweier Kinder gemeinsam mit mehreren Generationen die Landwirtschaft im Vollerwerb. Im Tips-Talk spricht die gelernte Verwaltungsassistentin über ihre neue Aufgabe als oberste Bäuerin im Bezirk.

  1 / 5   Die frischgebackene Bezirksbäuerin Vanessa Aufreiter (26) aus Alberndorf. (Foto: Die Soulcial Media Agenutr, Katharina Lierzer)

Familie Aufreiter baut in Alberndorf auf rund 50 Hektar Ackerfläche Kräuter an, darunter auch Gerstengras. Zudem werden getrocknete Kräuter für Großabnehmer sowie eigene Gewürz- und Teemischungen für die Direktvermarktung produziert. Das Hofareal mit Kräuterhalle und Wohnhaus umfasst etwa 2.500 Quadratmeter. Der Betrieb wird aus Überzeugung biologisch geführt. In ihrer Freizeit gestaltet die frischgebackene Bezirksbäuerin gerne verschiedene Plätze am Hof, arbeitet mit Blumen und Kräutern und bastelt mit ihren Kindern (Moritz ist vier Jahre alt, Flora ist zweieinhalb Jahre alt) oder macht Hofrundgänge. Tatkräftige Unterstützung erhält die 26-Jährige von ihrem Ehemann Jakob (32) und ihren Schwiegereltern.

Tips: Am 3. März wurden Sie zur neuen Bezirksbäuerin ernannt – wie kam es dazu?

Vanessa Aufreiter: Ich habe mir eine neue Aufgabe gewünscht und überlegt, was ich machen könnte. Einige Wochen später rief mich Landesbäuerin Johanna Haider (Anmerkung der Redaktion: Haider wohnt in Engerwitzdorf und war zuvor Bezirksbäuerin in Urfahr-Umgebung) an und fragte, ob ich mir diese Funktion vorstellen könnte. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Ich habe mich bedankt, dass sie an mich gedacht hat. Nach zwei Tagen Bedenkzeit habe ich beschlossen, diese Funktion zu übernehmen.

Tips: Wie sehen hier Ihre neuen Aufgaben aus?

Aufreiter: Als Bezirksbäuerin möchte ich Ansprechpartnerin für alle Bäuerinnen in Urfahr-Umgebung sein, Brücken bauen und unsere Anliegen mit Verstand und Herz vertreten.

Tips: Welche Pläne und Ziele haben Sie in Ihrer neuen Funktion?

Aufreiter: Mir ist wichtig, die Vielfalt auf den Bauernhöfen sichtbar zu machen und zu erhalten. Konkrete Anliegen und Vorhaben möchte ich gemeinsam mit den Bäuerinnen erarbeiten. Außerdem sollen bäuerliche Werte sichtbar gemacht werden, bleiben und weitergetragen werden.

Tips: Welche bäuerlichen Funktionen haben Sie zuvor ausgeübt?

Aufreiter: Ich war bei uns im Ort in der Ortsgruppe der Bäuerinnen aktiv.

Tips: Sind Sie die alleinige Betriebsleiterin auf Ihrem Hof?

Aufreiter: Mein Mann Jakob und ich führen unseren Betrieb gemeinsam.

Tips: Wo liegen heute die größten Herausforderungen für Frauen in der Landwirtschaft?

Aufreiter: Eine Herausforderung ist die Sichtbarkeit der Frauen und ihrer Rollen in der Landwirtschaft. Diese sollen noch stärker sichtbar werden, auch in wichtigen Funktionen. Gleichzeitig gilt es, viele Aufgaben unter einen Hut zu bringen. Das funktioniert nur mit starkem Zusammenhalt in der Familie. Dank meines Mannes, meiner Schwiegereltern und meiner Familie, die mich in allen Bereichen unterstützen, ist das auch alles möglich.

Tips: Was gefällt Ihnen am Bäuerinnen-Dasein besonders gut?

Aufreiter: Die Lebensweise – im Rhythmus mit der Natur zu arbeiten und zu leben. Ich schätze die Gestaltungskraft, die Selbstständigkeit und die Familienarbeit. Für mich ist es auch die Vielfalt: eine Mischung aus Landwirtschaft, Handwerk und Unternehmertum. Besonders schätze und genieße ich die Gestaltungsfreiheit und den Luxus, gemeinsam als Familie zu arbeiten und zu leben. An unserem Mittagstisch sitzt nie jemand allein. Wir essen täglich gemeinsam – drei Generationen. Da schmeckt das Essen auch immer richtig gut in der Gemeinschaft.

Tips: Wie reagiert Ihr Umfeld darauf, dass Sie als Frau in der Landwirtschaft tätig sind?

Aufreiter: Meine Familie und Freunde sind stolz und unterstützen mich.

Tips: Wie waren die ersten Reaktionen auf Ihr neues Amt als Bezirksbäuerin?

Aufreiter: Es haben sich alle mit mir gefreut und mir alles Gute für diese neue Aufgabe gewünscht.

Tips: Gibt es ein Umdenken bei der Arbeitsverteilung zwischen Frauen und Männern in der Landwirtschaft?

Aufreiter: Ja, natürlich.

Tips: Gibt es noch Vorurteile gegenüber Frauen, die Höfe führen?

Aufreiter: Nein.

Tips: Welche Aufgaben übernehmen Sie persönlich am Hof?

Aufreiter: Meine Aufgaben sind sehr vielfältig. Ich koche für die ganze Familie, bin für unsere Kinder da und bringe ihnen die Landwirtschaft näher. Außerdem erledige ich Büroarbeit in der Direktvermarktung, setze Pflanzen, pflege Kräuter, ernte Blüten und kreiere Tee- und Gewürzmischungen. Dazu kommen das Abpacken und Vermarkten der Tees sowie viele weitere Arbeiten, die rund um einen Hof anfallen.

Tips: Was bedeuten das Landwirtinnen-Dasein und die Landwirtschaft für Sie persönlich?

Aufreiter: Unsere Landwirtschaft ist eine wichtige und besondere Lebensgrundlage für uns alle. Für mich als Bäuerin ist es eine verantwortungsvolle Rolle. Mir ist es wichtig, auf unseren Boden zu achten und mit unseren Ressourcen bewusst und achtsam umzugehen, damit auch kommende Generationen eine gesunde Lebensgrundlage haben.

Tips: Ihr Hof hat auch bereits für seine Qualitätsprodukte Auszeichnungen erhalten.... 

Aufreiter: 2012 erhielten wir die „Goldene Sichel“ von Sonnentor. Außerdem waren wir 2022 Finalist beim Bio Award.

Infos zum Kräuterhof der Familie Aufreiter: aufleben.at


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