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GALLNEUKIRCHEN. Wenn zwischen Gründonnerstag und der Osternacht die Kirchenglocken verstummen, ziehen  die Ratschenkinder durch die Gemeinden, um an Gebetszeiten und Gottesdienste zu erinnern. In der Stadtgemeinde Gallneukirchen allerdings wird dieser Brauch nicht „Ratschen“, sondern „Hammerln“ genannt.

  1 / 2   Wenn die Gallneukirchner Glocken schweigen, übernehmen die Hammerln. (Foto: Diözese Linz/Johannes Kienberger)

Mit dem Gründonnerstag endet die 40-tägige Fastenzeit, und es beginnt das österliche Triduum sacrum, die drei heiligen Tage. Ab dem Gloria der Gründonnerstagsliturgie schweigen in den Kirchen Glocken und Orgeln. Erst in der Osternacht erklingen sie wieder. Dieses Schweigen symbolisiert die Trauer über den Tod Jesu, während das festliche Läuten in der Osternacht den Jubel über seine Auferstehung ausdrückt. Während dieses „Fastens der Ohren“ übernehmen Holzratschen mit ihrem rhythmischen Rattern die Aufgabe der Glocken und kündigen die Gebetszeiten an, teilt die Katholische Kirche Oberösterreich, die Diözese Linz in einer Presseaussendung mit.

Rätschen, Räppeln, Karsingen, Rappeln, Klappern oder Klacheln

Je nach Region gibt es unterschiedliche Bezeichnungen für diesen Brauch. Gemeint ist aber immer dasselbe: Kinder und Jugendliche, meist aus Jungschar oder Ministranten, ziehen mit hölzernen Lärminstrumenten durch die Straßen.

In der Pfarrgemeinde Gallneukirchen spricht man vom „Hammerln“, weil die Kinder hier mit  Hammerln unterwegs sind – Holzkonstruktionen, bei denen ein kleiner Hammer auf eine Platte schlägt. „Wie es dazu kam, weiß heute keiner mehr so genau“, erzählt Benjamin Hainbuchner, Seelsorgeverantwortlicher und zuständig für die Ministranten der Mühlviertler Pfarrgemeinde.

Hammerlnd unterwegs in Gallneukirchen, Engerwitzdorf, Alberndorf, Altenberg und Unterweitersdorf

Für viele ist das Hammerln ein fixer Termin im Kalender. Von Gründonnerstag bis Karsamstag sind die Kinder und Jugendlichen unterwegs – nicht nur in Gallneukirchen, sondern im gesamten Pfarrgebiet, das mit rund 10.000 Katholiken das größte in Oberösterreich ist. Dazu gehören neben Gallneukirchen auch Engerwitzdorf, Alberndorf, Unterweitersdorf und Altenberg.

40 Kinder und Jugendliche sind mit dabei

Bei einem so großen Gebiet braucht es viele helfende Hände. Rund 40 Kinder und Jugendliche nehmen jedes Jahr teil. Mitmachen darf man ab etwa acht Jahren (nach der Erstkommunion), die Ältesten sind über 20 Jahre alt. Mehr als die Hälfte sind Mädchen. „Die Gruppen bestehen aus drei bis vier Ministranten und werden jeweils von einer Gruppenleitung begleitet“, erklärt Hainbuchner, der früher selbst aktiv dabei war.

Manche Minis sind von frühmorgens bis abends unterwegs.

Ratscherlohn kommt sozialen Projekten zugute

Neben dem Aufruf zum Gebet bitten die Kinder auch um einen kleinen Beitrag, den  Ratscherlohn. Mit diesem Geld werden die Ministrantenarbeit sowie soziale Projekte unterstützt. Im Jahr 2025 wurde beispielsweise eine eigene Kinderglocke angeschafft, die teilweise durch das Hammerln finanziert wurde.

Und wer die ungewöhnlichen Holz-Hammerl selbst ausprobieren möchte, bekommt dazu oft die Gelegenheit. Vielleicht entdeckt dabei ja der eine oder die andere die Freude am Mitmachen.

Infos: https://www.dioezese-linz.at

Die Ministranten tragen dabei ihr traditionelles Sprücherl vor:

„Die Glocken verstummen in diesen Tagenund unser Hämmern soll euch sagen,dass unser Heiland Jesus Christfür uns am Kreuz gestorben ist.

Und wir möchten euch noch bitten gern,betet stets zu Gott dem Herrn.Und für unser Dienen am Altarbitten wir für die Ministrantenscharum eine Gabe groß oder klein.Für alles möge Gottes Segen euchimmer stets beschieden sein.“


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