Bad Leonfeldner Ehepaar hat auf dem Drahtesel die Welt erkundet
BAD LEONFELDEN. Von Österreich nach Pakistan: Ein außergewöhnliches Abenteuer hat das Ehepaar Tanja und Philipp Rehberger aus Bad Leonfelden erlebt. 14 Monate war es mit dem Fahrrad unterwegs, um auf dem Drahtesel die Welt zu bereisen. Was die beiden Mühlviertler dabei erlebten, berichten sie am 23. April, 18.30 Uhr, bei einem Vortrag im Leo-Kultur in Bad Leonfelden. Eintritt: freiwillige Spende für den guten Zweck.

Die Rehbergers sind 30 und 32 Jahre alt, beide sind beruflich im Projektmanagement im Nachhaltigkeitsbereich tätig. Während Philipp Rehberger ursprünglich aus Deutschland kommt, ist Tanja eine waschechte Leonfeldnerin.
Wie ist das Ehepaar auf die Idee gekommen, mit dem Fahrrad die Welt zu bereisen? „Das ist wohl das Amüsanteste daran: Wir machen gerne Sport, aber Radfahren ist per se nicht unser Hobby. Für uns ist das Rad einfach das beste Fortbewegungsmittel zum Reisen. Schnell genug, um ein Gefühl für die Landschaft zu bekommen und um jeden Tag an einem anderen Ort zu sein. Aber langsam und flexibel genug, um einfach jederzeit vom Rad abzusteigen und mit den Menschen in Kontakt zu kommen“, verrät Tanja Rehberger auf Tips-Anfrage. Und dann, an einem Märztag, ging es los: Geradelt sind wir durch Österreich, danach einen Teil entlang des alten Eisernen Vorhangs durch Slowenien, Kroatien, Serbien, Ungarn, dann nach Rumänien und durch Bulgarien in die Türkei. Kurze Abstecher führten nach Zypern, Georgien und Armenien. Es ging nach Usbekistan und durch Tadschikistan, Kirgistan und China nach Pakistan. Den Winter verbrachten sie in Malaysia und Indonesien, bevor es nach Spanien ging. Über Frankreich und die Schweiz ging es zurück nach Hause, ins Mühlviertel. „Wir haben uns einfach treiben lassen, gingen nach den Empfehlungen der Leute vor Ort. Ende und Ziel war offen, ohne Zeitdruck oder ein festes Ziel vor Augen zu haben“, so das Paar. 15.000 Kilometer wurden zurückgelegt. „Unsere Welt ist immer mehr davon geprägt, in kurzer Zeit möglichst viel zu erfahren. Schneller, höher, weiter. Immer mehr, und das meist nicht für sich, sondern um anderen zu zeigen, wie cool mein Leben ist. Bucket-Listen und Insta-Points abzuarbeiten. Aber oft ist weniger einfach mehr“, ist sich das Paar einig.
Was die Rehbergers bei ihrer Reise gelernt haben? „Dass die Berichterstattung oft ein komplett verzerrtes Bild von anderen Ländern, Kulturen und Religionen zeichnet“, verrät die Radfahrerin. „Diese Reise hat uns gezeigt, dass wir privilegiert sind und ein riesiges Glück mit Österreich als Geburtsort haben“, hält das Ehepaar aus Bad Leonfelden fest.
Wie man sich so eine Reise leisten kann? Das Ganze hat das Paar an die 20.000 Euro gekostet: „Wir haben viel gezeltet und selbst gekocht. Wir hatten keine Einnahmen und keine fixen Ausgaben in dieser Zeit. Andere kaufen sich dafür ein Auto oder einen Pool. Uns war es wichtiger, rauszugehen und zu schauen, welche zufälligen Begegnungen auf uns warten“, sagen die Rehbergers.


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