Lebensgefährlicher Sex
OBERÖSTERREICH. Durch ihr farbenfrohes Äußeres zählen die Veränderlichen Krabbenspinnen zu den hübschesten heimischen Spinnen. Die Weibchen der Veränderlichen Krabbenspinne (Misumena vatia) können sogar ihre Farbe wechseln – doch die attraktiven Damen sind mit Vorsicht zu genießen.

Der Farbenwechsel geht zwar nicht so schnell wie beim Chamäleon, kann aber innerhalb von ein bis zwei Tagen erfolgen. Sie können sich so farblich perfekt an ihren Ansitz, meist Blüten, anpassen, weiß Gudrun Fuß vom Naturschutzbund Oberösterreich. Als typische Lauer- und Ansitzjäger warten sie dort unbeweglich auf anfliegende Insekten. Landet eines nichtsahnend auf der Blüte, um sich an Nektar und Pollen zu laben, beißt die Spinne blitzschnell zu.
Tod des Männchens
Die Krabbenspinnen-Männchen sind wie bei vielen Spinnengruppen wesentlich kleiner als die bis rund einen Zentimeter großen Weibchen und nicht in der Lage ihre Farbe zu ändern. Es ist für Laien daher kaum zu erkennen, dass es sich um Vertreter derselben Art handelt. Auch bei den Krabbenspinnen ist die Paarung für das Männchen eine diffizile Angelegenheit, die nicht selten mit einem Festmahl für das Weibchen und mit dem Tod es Männchens endet.
Vorsicht ist angesagt
Bei der im Frühsommer stattfindenden Paarung nähert sich daher das Männchen zur Spermienabgabe nur vorsichtig und langsam der Bauchseite des Weibchens, auf der sich die Geschlechtsöffnung befindet. Häufig wird vorher ein aufwändiger Tanz vollführt, um das Weibchen „gnädig“ zu stimmen. Die Eier werden in Kokons abgelegt und vom Weibchen fürsorglich bewacht. Die geschlüpften jungen Spinnen überwintern in der Streu am Boden.


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