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Schurms Hofladen: "Immer mehr Konsumenten greifen zu Fertigprodukten vom regionalen Bauern ums Eck"

Mag. Jacky Stitz, 04.01.2023 08:00

URFAHR-UMGEBUNG. Weit über die Gemeindegrenzen ist der Hofladen der Familie Schurm aus Lichtenberg bekannt. Kunden kommen vom eigenen Ort, den Nachbargemeinden und vor allem auch aus Linz. Da sich hier heimische Lebensmittel vom Bauern ums Eck als Erfolgsgarant zeigen, wurde ausgebaut - mit Neueröffnung am 13. Jänner erstrahlt der Hofladen, nach kurzer Bauphase in Eigenregie, in neuem Glanz. Chefin Silvia Schurm ergänzt: „Unsere regionalen Geschenks-Pakete sind das ganze Jahr über gefragt.“

 (Foto: Privat/Schurms Hofladen/Fotostudio Brandhofgasse 11/www.chriszenz.com)
  1 / 4   (Foto: Privat/Schurms Hofladen/Fotostudio Brandhofgasse 11/www.chriszenz.com)

Rund 600 verschiedene, heimische Produkte - von immerhin 60 Produzenten aus der Region - werden mittlerweile im 2013 eröffneten Hofladen von Silvia Schurm angeboten. Die heute 45-Jährige, die vom Hof mit dem Hausnamen Priewagner in Lichtenberg abstammt und dort mit vereinten Kräften ihrer ganzen Familie fleißig den Betrieb schupft - kennt natürlich alle ihre Lieferanten, und auch die Qualität der Lebensmittel: „Brot und Ziegenkäse kommen etwa von Reichenthal, Milchprodukte der Kuh von Gramastetten, aus Eidenberg kommen Mehlspeisen und Rindfleisch, Lammfleisch stammt aus Oberneukirchen, Putenfleisch kommt von Puchenau, Fleisch kommt zudem auch aus der eigenen Gemeinde und auch aus Alberndorf“, berichtet die Mutter zweier Söhne (der künftige Hofübernehmer Christoph ist 19, Sohn Maximilian ist 17 Jahre alt).

Ob es auch Spezialitäten oder Ausgefallenes gibt? „Wir bieten neben unseren selbstgemachten Produkten vom Obst - wie etwa Säfte, Obstweine, Marmeladen, Essige, Sirupe oder Liköre - auch Bauern-Chips und Popcorn an. Und wir haben nicht nur Partner die direkt aus der Landwirtschaft kommen, sondern auch welche aus der Wirtschaft: etwa den Bräuer aus Reichenthal mit seinen Keksen, der wiederum selbst auf regionale Zutaten setzt.“ Und wer sind eigentlich die Hauptkunden? „Da würden wir sagen, Leute zwischen 30 und 60 Jahren. Die Älteren lieben unsere Erdäpfel, bei den Jungen punktet unsere Produktvielfalt“, so die Familie Schurm. Besonders findig ist man beim Werben neuer Kunden: jeder neu zugezogene in der Gemeinde Lichtenberg erhält einen 10-Euro-Gutschein geschenkt: so sehen die Menschen, sie müssen oft gar nicht weit wegfahren, um ihren Einkauf zu erledigen.

Vom Bauernmarkt zum eigenen Hofladen

Wie eigentlich ist die Idee entstanden, einen eigenen Hofladen auf der aktiven Landwirtschaft (Obstbau auf rund 940 Metern Seehöhe ist eher ungewöhnlich) ins Leben zu rufen? „Früher gab es den Bauernmarkt in Lichtenberg, im Lagerhaus, und zwar einmal im Monat. Da waren wir auch dabei. Ein Markt, der nur ein Mal pro Monat stattfindet passte für die teilnehmenden Produzenten - aber für die Konsumenten war das einfach zu wenig. Die Kunden wollten eine gewisse Regelmäßigkeit, in Summe gab es aber auch zu wenig Angebot dort. Dann war schnell klar: wir wollen einen eigenen Hofladen, bei uns direkt am Betrieb. Aber anfangs war nicht alles so einfach“, erinnert sich Silvia Schurm zurück. Eines Tages meldete sie dann einfach das Gewerbe an, holte alle vom Bauernmarkt mit ins Boot, die Honig, Fleisch, Brot, Eier am Lichtenberger Markt anboten. „All diese Regionalanbieter sind noch immer mit dabei, unsere Auswahl wächst“, so die Lichtenbergerin, die ihren Hofladen nun schon seit 2013 hat und als Einzelhandelsunternehmen gewerblich führt.

Pläne für die Zukunft

„Ich will die Kunden voll bedienen, direkten Kontakt mit ihnen haben, wir wollen das Angebot erweitern. Aber dabei geht es nicht um die Menge, sondern stets um Qualität“, so Schurm, die eines feststellt: „Der Renner sind Halbfertigprodukte oder Fertigprodukte vom Bauernhof, etwa die Tiefkühlpizza aus Alberndorf, Knödel vom Landwirt aus dem Bezirk“, berichtet die 45-Jährige. „Besonders legendär sind die Buchteln der Eidenberger Nebenerwerbsbäuerin und Köchin Regina Schwandtner. Wir haben ihren Apfelstrudel in der Rein zum selber backen: das gibt es sonst nirgends, ist richtig lässig“, kommt auch Gatte Martin Schurm zu Wort, der mit Silvia gemeinsam den Obsthof Schurm führt.

Fläche erweitert

Der Hofladen selbst ist nun flächenmäßig gewachsen, auch im Sortiment tut sich was, es soll etwa die Schokolade des Oö. Chocolatiers Wenschitz am Betrieb Einzug erhalten. Freitags hat der Hofladen von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 18 Uhr, sowie am Samstag von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Auch unter der Woche (Montags und Mittwochs: 9 bis 18 Uhr), ist immer wer da, kein Kunde braucht Hunger leiden: „Nur die Türe ist halt einfach nicht offen, bitte einfach anläuten“, klärt Familie Schurm auf. So will man den Konsumenten auch während der Woche Lebensmittel anbieten, die er braucht, beispielsweise Tiefkühl-Ware, Säfte, Honig - „einfach alles, was kein direktes Frischeprodukt ist“, so die Schurms.

Familienbetrieb

„Es helfen wirklich alle mit, beide Söhne und auch meine Eltern Josef und Maria und natürlich mein Mann Martin“, freut sich die Hofladen-Chefin über tatkräftige Unterstützung aus den eigenen Reihen.

Warum die Schurms von den „Alt-Bauern“ den Hof übernommen haben? „Wir arbeiten gern mit der Natur, wir wollten unbedingt einen Direktvertrieb, weil wir die Menschen gern um uns haben. Das hat den Vorteil, dass wir den Kunden alles erklären bzw. zeigen können und bei Problemen gleich eine Lösung finden. Wir teilen unsere Freude an den hochwertigen heimischen Lebensmitteln einfach gern mit den Konsumenten“, berichtet Silvia Schurm im Tips-Gespräch und betont: „Manche Landwirte reden von Regionalität, und dann haben sie zuhause bei sich die Milch vom Discounter im Kühlschrank - so sind wir nicht.“ Jeden Montag versendet Silvia Schurm am Vormittag einen Newsletter, zwecks Bestellungen, speziell für Frischfleisch. Was passiert mit den Lebensmitteln, die nicht verkauft werden? Die Essen die Schurms dann einfach selbst...

Infos: www.schurms.at und auf facebook Schurms Hofladen

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