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Steyregg sagt "Felgenkiller"-Fahrradständern den Kampf an

Laura Hochedlinger, 20.04.2023 09:20

STEYREGG. Herkömmliche Fahrradständer sorgen für Schäden an Fahrrädern und sollen Schritt für Schritt aus dem Steyregger Stadtgemeindebild verschwinden. Die Bäckerei Brotsüchtig hat den Fahrradständer vor ihrem Geschäftslokal durch ein Einstellbügel-Modell ersetzt. Aus dem alten Fahrradständer hat das Jugendzentrum Justy eine Halterung für einen Boxsack gebastelt.

Gerhard Fischer (Radlobby OÖ), zwei projektbeteiligte Jugendliche, Oliver Raferzeder (Geschäftsführer Brotsüchtig) und Bürgermeister Gerhard Hintringer freuen sich über das Upcycling-Projekt. (v.l.) (Foto: Franz Hackl)

Obwohl ein sicheres Absperren von Fahrrädern nicht möglich ist und oftmals teure Schäden vorprogrammiert sind, prägen die herkömmlichen Fahrradständer, bei denen die Vorderreifen zwischen zwei Streben eingeklemmt werden, immer noch das Straßenbild. Um das Bewusstsein dahingehend zu fördern, haben sich die Stadtgemeinde Steyregg, Radlobby OÖ, die Firma Brotsüchtig und das Jugendzentrum Steyregg für ein Upcycling-Pilotprojekt zusammengetan. Dabei wird der Felgenkiller nicht entsorgt, sondern erhält durch eine neue Funktion ein zweites Leben.

Vorschrift

Die Radlobby OÖ macht darauf aufmerksam, dass die Oö. Bautechnikverordnung seit 2009 bei Neubauten von Gewerbe- und Wohnbauten eine Mindestanzahl von qualitativ hochwertigen Radabstellplätzen vorschreibt. Dennoch sind nach wie vor herkömmliche Fahrradständer zu finden. Radständer mit Anlehnbügeln und Rahmenhaltern sind ideale Modelle für das abstellen des Fahrrads.

Fahrradständer gespendet

Das Steyregger Unternehmen ‚Brotsüchtig‘ hat auf einen entsprechenden Hinweis der Radlobby reagiert und einen ‘Felgenkiller‘ gegen ein Einstellbügel-Modell getauscht. Der alte Fahrradständer wird an das Jugendzentrum Justy für ein Upcycling-Projekt gespendet. Geschäftsführer-Duo Stefan Faschinger und Oliver Raferzeder erklären: „Es freut uns, dass wir mit der Spende des alten Fahrradständers an das Jugendzentrum Steyregg ein nachhaltiges Projekt, das auch unserer Lebens- und Unternehmensphilosophie entspricht, unterstützen können.“

Upcycling-Projekt

Begeistert ist die Idee des Upcycling-Projektes im Jugendzentrum Steyregg Justy von den Jugendlichen angenommen worden. Die Überlegungen hinsichtlich einer möglichen Nachnutzung des Fahrradständers waren vielfältig: „Vom Longboard-Halter bei vertikaler Wandmontage bis zum Grundträger für Vertical Gardening war alles dabei. Schließlich hat man sich auf eine Halterung für den Boxsack und ein Regalsystem geeinigt“, sagt Jugendzentrumsleiter Hannes Mertl. Gemeinsam haben die Jugendlichen lackiert, gebohrt, gehämmert und montiert. „Die gemeinsame Projektarbeit der Jugendlichen ist identitätsstiftend. So wird das Jugendzentrum zu ihrem Jugendzentrum“, sagt der Justy-Leiter.

Mehr moderne Fahrradständer

In Steyregg sind noch einige ‘Felgenkiller‘ zu finden, etwa bei der Schule oder am Steyregger Badesee. Die Errichtung zusätzlicher Radabstellplätze sei noch erforderlich, sagt Bürgermeister Gerhard Hintringer: „Diese sollen Zug um Zug getauscht oder nachgerüstet werden“ Er will die Upcycling-Idee weiter ausrollen. „Wer eine Upcycling-Idee für den öffentlichen Raum mit einem sogenannten ‘Felgenkiller‘ hat, soll sich bitte direkt an mich wenden“, so der Bürgermeister. Voraussetzung ist, dass der Ständer nicht als Radständer weiterverwendet wird.


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