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Finanzexperte aus Haibach gibt Tipps, wie man schuldenfrei ins Neue Jahr startet

Mag. Jacky Stitz, 27.12.2023 17:45

Finanzexperte Michael Reingruber aus Haibach im Mühlkreis (Foto: Privat)
Finanzexperte Michael Reingruber aus Haibach im Mühlkreis (Foto: Privat)

HAIBACH. Der selbständige Finanzexperte Michael Reingruber aus Haibach weiß aus beruflicher Erfahrung, wie schnell man in die Schuldenfalle tappt. Besonders gefährdet sei hier die Jugend. Im Tips-Talk gibt der 33-jährige Finanzdienstleister Tipps, wie man gleich vom ersten Tag im Neuen Jahr an verhindert, überhaupt Schulden zu machen - und was die Mühlviertler 2024 in finanzieller Hinsicht erwartet.

Tips: Was erwartet die Mühlviertler Tips-Leser im Neuen Jahr in finanzieller Hinsicht?

Michael Reingruber: „Fürs Sparen gibt’s wieder Zinsen, der Anleihen- und Aktien-Markt hält sich gut und Edelmetalle erreichen neue Höhen. Soweit so gut, jedoch habe auch ich keine Glaskugel und erstelle daher meinen Klienten breit gestreute Veranlagungen. Dadurch minimiert man das Risiko und die Auswirkungen der Marktschwankungen. Die Kriege, sei es in der Ukraine oder im Nahen Osten, brachten turbulente Zeiten mit sich. Jedoch sehe ich für das Jahr 2024 die Inflation, die Staatsschulden der USA und die sinkende Wirtschaft in Europa eher als Herausforderung. Zinssenkungen der Notenbank lassen die Häuslbauer wieder aufatmen. Für Menschen mit Schulden dürfte dies die Lage etwas erleichtern.“

Tips: Welche Tipps haben Sie, um Schulden im Neuen Jahr erst gar nicht aufkommen zu lassen?

Michael Reingruber: „Da laut aktuellen Berichten und Studien unsere Jugend so verschuldet ist wie nie zuvor, ist es besonders wichtig, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Angefangen bei den kleinen Sachen wie Geschenke, Urlaub und KFZ haben viele schon zu kämpfen und finanzieren sich diese Dinge. Bei solchen „Finanzfallen“ sollte man sich zweimal überlegen, ob das wirklich nötig ist. Bei größeren Vorhaben - wie Hausbau oder Wohnungskauf - rate ich immer zu vergleichen und sich Zeit zu lassen. Oft nimmt man aus Zeitdruck oder blindem Vertrauen das erstbeste Angebot gleich an. Hierbei lässt sich das meiste Geld sparen.“

Tips: Welche Fälle haben Sie besonders nachdenklich gestimmt?

Michael Reingruber: „Konkret sind es Jugendliche, die bei dubiosen Anbietern bzw. durch Online-Shopping, mehrere tausend Euro Schulden und zusätzlich noch einen Konsumkredit haben. Oft sind es teure Autos, Spielkonsolen, unnötige Dinge und immer öfters Investments in sogenannte „Schnell reich Systeme“, die damit finanziert werden. Leider ein negativer Trend. Besonders betroffen haben mich im letzten Jahr ein paar Fälle von Familien, die sich durch die gestiegenen Kreditzinsen das Haus nicht mehr leisten konnten. Durch Umschuldung der Kredite und Optimierung der Ausgaben konnte ich zwar helfen, jedoch ist trotzdem nicht viel Spielraum für weitere Preiserhöhungen von Einkäufen und Energiekosten.“

Tips: Welche einfachen Tipps gibt es für den Alltag, um seine eigenen Finanzen besser im Griff zu haben?

Michael Reingruber: „Das Wichtigste ist zuerst der Notgroschen, um kurze finanzielle Anschaffungen oder Engpässe zu bewältigen. Drei bis vier Monatsgehälter sollten hier reichen, danach sollte man mit der richtigen Strategie anfangen sein Geld zu investieren. Bei Versicherungen und Bankgeschäften lassen sich mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Aus Erfahrung ist das den Menschen oft nicht bewusst. Der wichtigste Tipp ist meiner Meinung nach, sich finanzielle Ziele zu setzen und sein Haushaltsbudget mittels Haushaltsbuch oder App im Auge zu behalten.“

Zur Person

Michael Reingruber ist 33 Jahre alt und kommt aus Haibach/Mühlkreis. Er ist Finanzdienstleister für Finanzierung, Versicherung und Wertpapierhandel. Beruflich tätig im Finanzbereich ist er seit etwa sieben Jahren, vor drei Jahren hat er sich hier Selbstständig gemacht. Aufgewachsen auf einem Bauernhof, verbringt Reingruber heute seine Freizeit gern mit Tätigkeiten in der Landwirtschaft und bei der Feuerwehr.


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