Leserbrief: Hätten Mütter nicht mehr verdient als ein Gedicht?
GALLNEUKIRCHEN. Zum bevorstehenden Muttertag hat uns Tips-Leser Sebastian Buchgeher aus Gallneukirchen einen Leserbrief geschickt.

Traditionell gibt es zum Muttertag ein Gedicht. Traditionell machen Mütter den Großteil der unbezahlten Arbeit wie Kinderbetreuung, Haushalt und Pflege. Traditionell haben Mütter deshalb weniger Zeit für Arbeit, Hobbys oder sich selbst. Traditionell müssen Mütter oft in Teilzeit arbeiten oder ganz aufhören zu arbeiten. Traditionell verdienen sie so weniger Geld und zahlen weniger in die Pensionsversicherung ein. Traditionell sind Mütter in der Pension häufiger von Altersarmut betroffen. Traditionell werden Mütter kritisiert, wenn sie Vollzeit arbeiten, weil sie sich dann nicht genug um ihre Kinder kümmern. Traditionell werden Mütter auch kritisiert, wenn sie Teilzeit arbeiten oder zu Hause bleiben, weil sie dann als faul oder abhängig gelten. Traditionell gibt es zu kurze Öffnungszeiten in Kindergärten. Traditionell sind Mütter oft vom Einkommen des Partners abhängig. Traditionell scheint sich in Oberösterreich nichts systematisch für Mütter zu verbessern. Traditionell gibt es zum Muttertag ein Gedicht. Von den Kindern – die einzigen, die weniger Macht haben als Mütter. Fast schon traditionell kämpfen gewisse rechte Parteien für angebliche Traditionen.
Hätten Mütter nicht mehr verdient als ein Gedicht?
Verfasser: Sebastian Buchgeher, Gallneukirchen


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