Im Mühlviertel soll der Gemüsebau wachsen
AIGEN-SCHLÄGL/BAD LEONFELDEN/FELDKIRCHEN. Das Obere Mühlviertel ist traditionell eine von Grünlandwirtschaft mit Milchvieh- und Rinderhaltung geprägte Region. Dem Gemüsebau hingegen widmen sich bislang nur wenige Betriebe. Das Biokompetenzzentrum Schlägl möchte das ändern und zeigt gemeinsam mit drei Partnerbetrieben Perspektiven für den biologischen Gemüsebau auf.

Warum wird im Oberen Mühlviertel eigentlich so wenig Gemüse angebaut? Und was braucht es, damit mehr Menschen in den Gemüsebau einsteigen? Um herauszufinden, welche Chancen und Herausforderungen der Gemüsebau mit sich bringt, hat das Biokompetenzzentrum Schlägl im Rahmen des Projekts „Bionet Gemüse“ Interviews geführt, Workshops mit Schülern der Bioschule Schlägl gestaltet und eine Befragung durchgeführt.
Michaela Maurer aus Bad Leonfelden hat diese Bedarfserhebung mitorganisiert und fasst die Ergebnisse zusammen: „Das Klima und die natürlichen Standortbedingungen schließen den Gemüsebau keineswegs aus. Entscheidend sind die Auswahl geeigneter Kulturen und Sorten sowie die Anpassung an Höhenlage, Boden und Wasserversorgung. Herausforderungen liegen häufig im hohen Arbeitsaufwand, in der Vermarktung und bei den fehlenden Maschinen und Erfahrungen“, sagt die Mitarbeiterin im Biokompetenzzentrum Schlägl. Sie lädt auch gleich für den 24. November zu einer Veranstaltung in die Bioschule ein.
Vernetzung unter Gemüsebauern stärken
Die Veranstaltung soll der Auftakt für eine Vernetzung von Gemüsebauinteressierten sein. „Gerade für bestehende landwirtschaftliche Betriebe könnte Gemüse eine interessante Ergänzung sein, wenn vorhandene Flächen, Gebäude oder Direktvermarktungsstrukturen genutzt werden können“, ist Maurer überzeugt. Sie war Betriebsleiterin eines kleinbäuerlichen Vielfaltsbetriebs mit Gemüseanbau, Be- und Verarbeitung sowie Direktvermarktung, und weiß: „Das Interesse an regionalem Gemüse sowohl bei potenziellen Produzenten als auch bei Konsumenten steigt. Und die Region bietet durchaus Potenzial.“
Drei Betriebe, drei Perspektiven
Bei der Auftaktveranstaltung in der Bioschule Schlägl erzählen drei Betriebe von ihren Erfahrungen. Zu den Projektpartnern gehört der Süss Hof in Feldkirchen: Am kleinbäuerlichen Vielfaltsbetrieb beschäftigt man sich mit der Gemüseproduktion, aber auch mit Schafhaltung, Imkerei und Obstbäumen. Daneben wird der KG Biohof in Helfenberg vorgestellt, wo Milchviehhaltung und Gemüsebau im Einklang passieren; sowie der Gärtnerhof Ackerhummel in Neustift – eine Solidarische Landwirtschaft mit Schwerpunkt Gemüsekisterl, Blumen und Jungpflanzen.
Ziel des Projekts ist es, Wissen über standortangepassten Gemüseanbau, geeignete Kulturen, Anbautechniken, Arbeitswirtschaft und Vermarktung zu vermitteln und damit den Einstieg in den Gemüsebau zu erleichtern.








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