Seh ich in den Spiegel - höre ich ein anderes Lied
VÖCKLABRUCK. Christa Ratzenböck/Mezzosopran, Martin Achrainer/Bariton und Thomas Kerbl/Klavier
gaben in der Landesmusikschule Vöcklabruck einen Abend mit berühmten Liedern in unterschiedlichen Vertonungen.

Auf dem Programm standen Suleika / F. M. Bartholdy - B. Randhartinger, Traum durch die Dämmerung / R. Strauss - M. Reger, Die Loreley / Cl. Schumann - F. Liszt, Ganymed / F. Schubert - H. Wolf, Gretchen am Spinnrade / F. Schubert - L. Spohr, Wer nie sein Brot mit Tränen aß / H. Wolf - F. Schubert, Erlkönig / F. Schubert - C. Löwe, Heiß mich nicht reden / F. Schubert - H. Wolf, Flohlied / L. v. Beethoven - M. Mussorgsky sowie J. Brahms aus opus 28: Vor der Tür, Es rauschet das Wasser, Der Jäger.
Dieses außerordentliche Programm – Doppellieder und Zwillingslieder – wurde exzellent interpretiert: Thomas Kerbl am Steinway war den Sängern ein ebenbürtiger Partner; mit sanft funkelndem Spiel schaffte er mühelos den Spagat zwischen eigenständiger Gestaltung und anschmiegsamer Begleitung. Martin Achrainer interpretierte den melodischen Reichtum der Lieder mit harmonischer Eleganz und schaffte eine vollkommene Balance von Technik und Seele. Christa Ratzenböck verfügte in jeder Lage über Klangfarbe und Brillanz; sie fand mit ihrer vokalen Spannkraft zu gerundeten, fraulich-samtenen Tönen, reizte stimmliche und emotionale Höhen und Tiefen voll aus und überzeugte mit ihren dynamischen Abstufungen restlos – bis zum zartesten Pianissimo.
(von Fred Androsch)


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