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VÖCKLABRUCK. Das Mauthausenkomitee Vöcklabruck spricht sich gegen ein Bettelverbot in Vöcklabruck aus. Frederik Schmidsberger hat mit vielen Leuten gesprochen, die die Situation am Stadtplatz kennen. Als Problem wird selten der Bettler, der kniend und ruhig bettelt, gesehen. „In letzter Zeit häufen sich angeblich Beschwerden über Zeitungs- und Rosenverkäufer. Die bringt man aber mit einem Bettelverbot nicht weg.“ 

Bandi Molnar, David Robert, Robert Racz, Elmer Karas, Kristopf Seres, Patrik Varadi, David Robert, Boris Tamas, Bela (v.l.)

Keine Bettelmafia, sondern Nachbarn aus einem Dorf

Das Armutsnetzwerk und das Mauthausen Komitee haben laut Schmidsberger intensiven Kontakt mit den Bettlern. Sie haben in Puchheim sogar eine Unterkunft, wo sie schlafen können. Die Bettler in Vöcklabruck gehören zur ärmsten Bevölkerung in der Slowakei. Sie kommen alle aus dem Dorf Barca und haben nichts mit einer Bettlermafia zu tun. Für sie ist Betteln momentan die einzige Möglichkeit, sich und ihren Familien das Überleben zu sichern.

Keine Angst und kein Schamgefühl sind notwendig

Die Vöcklabrucker sollten sich nicht vor den Bettlern fürchten oder schämen, wenn sie nichts hergeben. Sie wissen, dass nicht jeder etwas geben will oder kann und akzeptieren das auch. David Robert, einer der Bettler, sagt dazu: „Wir sind froh, wenn uns jemand etwas gibt. Das hilft uns sehr bei der Versorgung unserer Familien. Wenn jemand nichts gibt, wird er seine Gründe haben.“ David und Bela sind den Vöcklabrucken sehr dankbar. Sie sagen, dass es selten vorkommt, dass sie schlecht behandelt werden. Er erklärt auch, warum sie lieber Geld als Nahrungsmittel nehmen. Ohne Kühlschrank sind diese oft verdorben, bis sie zurück zu ihren Familien kommen.

Bettler wollen der Stadt etwas zurückgeben

„Es ist nicht so, dass sie nicht arbeiten wollen. Sie bekommen einfach weder in der Slowakei noch in Österreich einen Job“, sagt Schmidsberger. Bela, der auch als einziger ein Auto besitzt, mit dem seine Freunde mitfahren, will der Stadt die er nun schon so gut kennt, etwas zurückgeben. „Wir übernehmen gerne Arbeiten, die zu erledigen sind - freiwillig und ohne Bezahlung. Eine Flurreinigung  im Park oder dergleichen ist kein Problem für uns.“ Natürlich haben die Bettler von der Diskussion um das Bettelverbot gehört und sind besorgt. Ihre Gruppe bemühe sich sehr, keine Probleme zu machen.  

Mauthausenkomitee wirbt für Verständnis 

Sollte der Gemeinderat eine Entscheidung treffen, bittet das Mauthausenkomitee um Weitblick. „Natürlich sind die Bettler die schwächsten und keiner braucht wegen Wählerstimmen auf sie Rücksicht zu nehmen. Trotzdem sollte es sich kein Gemeinderat und keine Gemeinderätin so einfach machen“,  appelliert Schmidsberger an die Politik. „Wir können nicht einfach alles Unangenehme weg schieben. Politik ist wenn sie sich ernst nimmt immer auch den Schwächsten verpflichtet.“


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