Kriminalität auf niedrigem Level und Großteil der Straftaten geklärt

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Martina Ebner Martina Ebner, Tips Redaktion, 21.01.2020 09:30 Uhr

BEZIRK VÖCKLABRUCK. „Objektiv sind wir sehr sicher, bei der Bevölkerung muss das nur im subjektiven Gefühl auch ankommen“, so Hermann Krenn, stellvertretender Kommandant der Bezirkspolizei Vöcklabruck. Gemeinsam mit seinen Kollegen zog er Bilanz des vergangenen Jahres.

Grundsätzlich sei der Bezirk gut aufgestellt, so Hermann Krenn. In den zwölf Polizeiinspektionen sind von 212 Planstellen lediglich zwei nicht besetzt. Etwa 20 Planstellen seien woanders zugeteilt oder in Karenz. Im Bezirk gäbe es derzeit außerdem einen Modellversuch mit Schwerpunktinspektionen (Schwanenstadt, Vöcklabruck und Mondsee), erklärt Krenn.

96 Personen in Haft

Die Kriminalität auf einem niedrigen Level zu halten und einen Großteil der Straftaten zu klären, dies ist auch 2019 wieder im Bezirk Vöcklabruck gelungen. Für Kriminalreferent Hans-Jürgen Hofinger wird damit die Professionalität des gesamten Bezirkes deutlich.

Von einer fatalen Messerstecherei, hochkarätigen Einbrecherbanden, Suchtgiftgruppen und ähnlichem berichtet sein Kollege Gerhard Lenzeder: „Wir haben insgesamt 96 Personen in die Justizanstalt Wels überstellt.“ Davon seien 41 wegen strafbarer Handlungen gegen Leib und Leben (wie Mord oder schwerer Körperverletzung), 25 gegen fremdes Eigentum (wie Einbrüche oder Diebstähle) sowie 23 wegen Verbrechen nach dem Suchtmittelgesetz in Haft. Als Basis für den Erfolg nennt er engagiertes und selbstständiges Arbeiten der Kollegen oder auch Zusatzausbildungen wie Spurensicherung oder IT-Technik.  „Wir investieren viel Zeit in die Suchtgiftbekämpfung und dieser Erfolg gibt uns recht“, so Hofinger. Viele Delikte würden durch das gute Netzwerk bzw. Informanten geklärt. 

Teil des Kriminalreferats ist auch die Prävention. Alleine im Bereich der häuslichen Gewalt wurden 13 Aufklärungsgespräche bzw. Rechtsaufklärungen gemacht. „Mehr als zwei Drittel sehen danach eine Notwendigkeit, dass sie ihr Verhalten ändern müssen“, so Michael Eichinger. 87 Betretungsverbote mussten ausgesprochen werden (2018: 80). Zum Thema Eigentum gab es 84 Einzelberatungen sowie fünf Vorträge mit insgesamt 480 Besuchern. Weitere Aufgaben sind Workshops oder Beratungen und Elternabende im Bereich Sucht und Gewalt sowie Sicherheit im öffentlichen Nahraum.

Suchtgift-Vortestgerät

Im Vorjahr wurden 330 Führerscheine abgenommen bei Lenkern, die mehr als 0,8 Promille Alkohol im Blut hatten, bei 194 Autolenkern wurden zwischen 0,5 und 0,8 Promille Alkohol im Blut festgestellt. 344 Kennzeichen  mussten abgenommen werden, 34 Mal wurde Suchtmitteleinfluss bei Autolenkern festgestellt.

„Wir hatten leider einen leichten Anstieg bei den Verkehrstoten“, so Verkehrsreferent Michael Saler. 2019 starben elf Personen im Straßenverkehr, 2018 waren es sieben. Dieser Anstieg sei jedoch in jedem Bezirk zu beobachten gewesen. „Wir haben im Vorjahr 54 Sonderkontrollen gemacht, alleine dabei wurden 112 Alkomattests gemacht, 21 Lenker ohne Führerschein erwischt  und es gab 1.068 Verkehrsanzeigen“, warnt Saler, dass es auch in Zukunft zahlreiche Kontrollen geben wird. Seit September gibt es im Bezirk Vöcklabruck zudem ein Suchtgift-Vortestgerät. Wenn der Test positiv ist, wird ein Bluttest beim Arzt angeordnet. „Das ist eine große Erleichterung für uns“, so Saler. Im Vorjahr gab es 33 Unfälle mit Alkoholisierung, davon mehr als die Hälfte mit Werten über 1,5 Promille im Blut. „Das ist für mich ein Zeichen, dass wir etwas tun müssen“, so Saler. Trauriger Spitzenwert im Vorjahr im Bezirk lag übrigens bei nicht ganz 2,8 Promille im Blut.

Neue Koordination

Viel zu tun gab es auch im Einsatzreferat: von vier Tauchunfällen, 25 Großveranstaltungen im Sommer, zwei Risiko-Fußballspielen in Vöcklamarkt, 27 Kundgebungen sowie 49 Suchaktionen berichtet Einsatzreferent Kurt Mayrhofer. „Der private Sicherheitsdienst bei Festen wird immer besser, das muss man auch erwähnen“, ist er froh. Eine wesentliche Änderung kündigt er ab 12. Februar an: Anstatt der Bezirksleitstellen wird es eine Landesleitstelle geben. Koordiniert werden die Einsätze von einem Kommandanten vor Ort.<

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