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FRANKENMARKT. Zahlreiche Jakobswege führen durch Österreich. Das gemeinsame Ziel aller Pilger ist das Grab des Heiligen Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien. Einer der Hauptwege führt von Wien über Frankenmarkt und Vöcklamarkt nach Salzburg. Seit 2012 befindet sich am Jakobsweg in Frankenmarkt die Pilgerhütte von Anton Schönberger. Sie soll den Pilgern als Raststation und Übernachtungsmöglichkeit dienen.

  1 / 3   Foto zeigt Erbauer Anton Schönberger bei der Pilgerrast in Unterrain in Frankenmarkt entlang des Jakobweges. Fotos: TVB AtterseeAttergau/Simone Süß

2012 erbaute Anton Schönberger im Alleingang eine Pilgerhütte am Jakobsweg in Frankenmarkt. Die 4 x 4 Meter große Hütte befindet sich direkt an der 16. Etappe des Jakobswegs zwischen Vöcklabruck und Oberhofen am Irrsee. Sie wurde in Form einer Holzknechthütte in rund 3,5 Monaten Bauzeit gefertigt: „Nichts wurde geschnitten, alles besteht aus Rundholz“, betont Schönberger. Auf die Frage, wie er auf die Idee kam die Hütte zu bauen, antwortet er: „Ich hab das einmal wo gesehen und mir gedacht, das wäre ideal für die Pilger, die hier vorbeikommen, um darin zu schlafen und eine Pause zu machen!“

Volle Pilgerbücher

Die Anzahl der Pilger, die durch Frankenmarkt kommen, steigt stetig. An schönen Tagen sind es rund acht bis zehn Wanderer, die den Jakobsweg Richtung Salzburg, vorbei an der Pilgerhütte, passieren. Bereits zwei Pilgerbücher sind ausgeschrieben, das dritte wurde bereits begonnen: „Es ist unglaublich, von wo die Pilger herkommen“, so Schönberger: „Viele Einträge im Buch sind auf Englisch – einige davon kommen aus Polen!“ Vor einigen Jahren hat er auch einen eigenen Stempel mit der Pilgermuschel samt Aufschrift: „Pilgerrast Unterrain Frankenmarkt“ anfertigen lassen und neben das Pilgerbuch gelegt. 

Wasser für die Wanderer

Zur Pilgerzeit stellt Schönberger den Wanderern Mineralwasser in die Hütte. Seine Motivation beschreibt er so: „Wenn sich die Pilger schon die Mühe geben, diesen Weg zu gehen, viele Höhenmeter zurückzulegen und zu schwitzen, wissen Sie, wie man sich dann freut, wenn man etwas zu trinken bekommt?“ Dieses Gefühl beschreibt auch ein Eintrag im Pilgerbuch von Thomas und Elisabeth aus Zürich: „Durstig wie wir waren, so dankbar sind wir für das Wasser.“ 

Nacht im Schlafsack

Die Hütte ist mit Lärchenschindeln gedeckt und dadurch auch im Sommer angenehm kühl. Viele Pilger nützen den Fußboden und verbringen auch die Nacht mit dem Schlafsack in der Holzknechthütte. Sobald die Nächte wieder wärmer werden, kommen auch die Pilger, entlang des Jakobsweges nach Frankenmarkt in die Region Attersee-Attergau, zurück. Aber nicht nur Pilger, sondern auch viele Spaziergänger passieren die Raststation, wenn sie entlang des Panoramaweges eine Runde gehen. 


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