Für einen guten Start ins Bienenjahr
PÜHRET. Die Bienenhaltung liegt weiter voll im Trend. Vor allem im Nicht-Erwerbsbereich steigen die Zahlen, so betreuen in Österreich beinahe 32.000 Imker rund 420.000 Bienenvölker, gut ein Viertel davon in Oberösterreich. Elisabeth Lanzer aus Pühret weiß als Erwerbs- und Bestäubungsimkerin ganz genau, was Bienen gerne mögen, nämlich Raps und Linde.

Raps ist in vielen Teilen Oberösterreichs neben der Obst- und Löwenzahnblüte eine der wichtigsten Frühjahrstrachtpflanzen und extrem attraktiv für Honig- und Wildbienen. „Für Imker ist der Raps eine besonders interessante Kultur mit hohem wirtschaftlichem Potential. Die Entwicklung der Bienenvölker im Frühjahr kann durch die Bestäubung der Rapsblüte enorm vorangetrieben werden“, erläutert Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger. “Der Raps ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich Landwirtschaft und Imkerei gegenseitig stärken. Leider kehren aber immer mehr Landwirt dem Raps den Rücken“, ergänzt der Landesrat mit einer für die Bienen schlechten Nachricht.
Honigbienen „stehen“ auf Rapsblüten
Honigbienen lieben die Rapsblüten, da sie sehr reich an hochwertigem Eiweiß (Pollen) und zuckerreichem Nektar (Kohlenhydrate) sind. „Insbesondere für Erwerbsimker ist der Raps eine Bienentrachtpflanze von unverkennbarem Wert. Die Wanderung mit Bienenvölkern in den Raps trägt in dreierlei Hinsicht zum wirtschaftlichen Auskommen der erwerbsorientierten Imkereien bei, nämlich mit hohem Honigertrag, starken Bienenvölkern für Folgetrachten und starken Völkern zur Völkervermehrung“, ist Elisabeth Lanzer überzeugt.
Webinar zum Thema Raps und Bienen
Das Bienenzentrum OÖ veranstaltet am 27. April von 19 Uhr bis 21.30 Uhr zum Thema „Wir fliegen auf Raps! Wie Imker und Landwirte von der Bestäubung profitieren“ ein Webinar. „Das Programm behandelt die Bedeutung der Honigbienen für die Bestäubung von Raps, die Rapsproduktion in Oberösterreich sowie Erfahrungswerte in Bezug auf eine funktionierende Partnerschaft zwischen Imkerei und Landwirtschaft“, erklärt Petra Haslgrübler vom Bienenzentrum OÖ. Interessierte können sich auch noch kurzfristig via E-Mail an bienenzentrum@lk-ooe.at anmelden. Die Zugangsdaten der Zoom-Veranstaltung erhalten die Teilnehmer per Mail übermittelt.
Der Bienen-Baum Linde tritt vor den Vorhang
Ebenso ist die Linde eine der wichtigsten Bienen-Bäume in der heimischen Flora. Zu einer Jahreszeit, wo in vielen Teilen der Landschaft kaum mehr Pflanzen in großer Zahl blühen, können Linden den Honigbienen und blütenbestäubenden Insekten Nektar im Überfluss bieten. „Wahre Spezialitäten sind der reine Lindenblütenhonig aus dem Nektar der Lindenblüte mit seiner hellgelben-grünlichen Farbe und der Lindenhonig aus Honigtauhonig mit seiner dunkelgelben-orangen Farbe“, sagt Elisabeth Lanzer und fügt hinzu: „Deshalb sollte die Linde auch aufgrund ihres Beitrages zur Sicherung der Nahrungsgrundlagen unserer Honigbienen und blütenbestäubenden Insekten geschätzt werden“. „Die Broschüre Die Linde – Plädoyer für einen Bienenbaum von Peter Frühwirth versteht sich als Aufruf, den Sommer-Bienen-Baum Linde wieder verstärkt ins individuelle und öffentliche Bewusstsein zu rücken“, so Petra Haslgrübler. Die Broschüre kann über das Kundenservice der Landwirtschaftskammer OÖ (kundenservice@lk-ooe.at bzw. 050 6902-1000) oder über das Bienenzentrum OÖ (bienenzentrum@lk-ooe.at) kostenlos zzgl. Versand angefordert werden.
Das Bienenzentrum Oberösterreich ist eine unabhängige Informations- und Wissensdrehscheibe, die mit Akteuren aus den Bereichen Bienen- und Landwirtschaft, Bildung, Natur- und Umweltschutz sowie Wissenschaft vernetzt ist und kooperiert.


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