„Vöcklarando“: Gemeinsam gegen den Krebs und für mehr Regionalität bei Produkten
VÖCKLABRUCK. Mit „Vöcklarando“ zieht die Landjugend Vöcklabruck durch die Orte. Doch was hat es mit dem Projekt genau auf sich? Bezirksleiterin Christina Kinast berichtet.

Tips: Wer ist bei der Ideenfindung für solch große Projekte beteiligt? Wirken da auch die Ortsgruppen mit?
Christina Kinast: Projektarbeit wird bei uns im Bezirk großgeschrieben und ist fast schon unser Markenzeichen. Seit 2009 gibt es, bis auf eine Ausnahme, jährlich ein Bezirksprojekt, wobei das Thema meist einen Schwerpunkt für das ganze Jahr hindurch darstellt. Bei unserer alljährlichen Vorstandsklausur im Oktober entsteht unsere Grundidee zum Projekt. Es werden im Team alle möglichen Vorschläge gebracht, welches Thema wir aufgreifen wollen. Das wichtigste ist hierbei, dass alle Vorstandsmitglieder für das gewählte Thema brennen.
Tips: Und auf was wird bei der Themenwahl eines jeden Projektes besonders geachtet?
Kinast: Durch das Projekt wird jedes Landjugendjahr einzigartig und besonders all unsere Landjugendmitglieder und wir als Bezirksvorstand lernen stets viel dazu. Ein zentrales Ziel ist immer, dass sich alle unsere Ortsgruppen an den Projekten beteiligen können. Die Projekte zielen immer darauf ab, die Teamfähigkeit innerhalb der Ortsgruppen zu steigern, sowie die Ortsgruppen untereinander zu vernetzen. Gerne werden auch Wettbewerbe eingebaut, damit eine gewisse Spannung und Ehrgeiz erzeugt wird. Natürlich spielt die Gemeinnützigkeit stets eine wichtige Rolle, sodass die Bevölkerung auf unsere Projekte aufmerksam wird und einen gewissen Nutzen daraus ziehen kann oder die Möglichkeit erhält, durch die Unterstützung unserer Projekte etwas Gutes tun zu können.
Tips: Um was genau geht es bei „Vöcklarando“?
Kinast: Die Ortsgruppen wurden aufgefordert, in Zusammenarbeit mit Direktvermarktern Produkte herzustellen. Für die Vermarktung dieser wurde ein Verkaufswagen angekauft und renoviert. Im Laufe des Landjugendjahres bekommt jede Ortsgruppen im Bezirk einmal den Wagen. Der Erlös geht zu 100 Prozent an die Kinderkrebsforschung.
Tips: Was wird denn angeboten?
Kinast: Es gibt eine große Palette an Produkten - von Kräutersalz über Marmeladen, Säfte und Liköre bis hin zu Bienenwachstüchern ist alles, was das Herz begehrt, vertreten. Wir wollen auf die regionalen Produkte und Schätze unseres Bezirkes hinweisen und die Bevölkerung für bewusstes Einkaufen motivieren.
Tips: Wie kam es dazu, dass mithilfe dieses Projektes die Kinderkrebsforschung unterstützt wird?
Kinast: Bei einer Krebsdiagnose geraten viele Familien in eine schwierige Lebenssituation. Mit unseren Spenden wollen wir die betroffenen Kinder unterstützen.
Tips: Im Zuge des Projektes wurde auch eine Stammzellentypisierung organisiert. Warum?
Kinast: Eine Typisierung dauert von der Anmeldung bis hin zum Rachenabstrich nur sieben Minuten. Somit kann hier schnell eine Registrierung umgesetzt werden. Wir freuen uns, dass bei insgesamt bereits 127.643 Typisierungen 315 Spender gefunden wurden. Umso glücklicher sind wir, dass durch unsere Veranstaltung 82 weitere potenzielle Spender registriert werden konnten.
Tips: Wie kommt das Projekt in der Bevölkerung an? Wird es gut angenommen?
Kinast: Wir sind momentan mitten in der Umsetzungsphase und sind überwältigt von der Wertschätzung und vom Zuspruch der Bevölkerung. Mithilfe unserer Ortsgruppen konnten wir schon viele Veranstaltungen und Bauernmärkte besuchen und unsere Produkte an den Mann bringen, wodurch bereits einiges an Spenden gesammelt werden konnte.
Tips: Sie sind mit „Vöcklarando“ auch beim Erntedankfest in Linz im September vertreten. Wenn ja, welche Rolle spielt dort das Projekt?
Kinast:1991 fand das letzte Mal ein Landeserntedankfest in Linz statt. Zehntausende Besucher strömten damals in die Hauptstadt, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Die Landjugend Oberösterreich greift diese Idee wieder auf und möchte den regionalen Schmankerln, den heimischen Bräuchen und vor allem der österreichischen Landwirtschaft eine gebührende Bühne bieten. Auch die Projektarbeit spielt im Landjugendprogramm eine sehr große Rolle. Jährlich werden oberösterreichweit über 70 Projekte umgesetzt. Das soll auch beim Erntedankfest klar ersichtlich sein und dabei dürfen wir mitwirken. Wir werden unser heuriges Projekt „Vöcklarando“ präsentieren und auch generell der Bevölkerung unsere Projektarbeit näherbringen.
Tips: Wie wird denn der Tag strukturiert sein? Auf was darf man sich freuen?
Kinast: Das Erntedankfest, bei welchem über 30.000 Besucher erwartet werden, beginnt am Sonntag, 18. September, um 10 Uhr mit einer Messe im Linzer Mariendom. Die Messe findet im Anschluss bei einer Agape am Domplatz ihren Ausklang. Ebenfalls um 10 Uhr öffnen die verschiedenen Märkte, bei welchen Handwerk, Landwirtschaft und Brauchtum präsentiert werden und mit über 70 Direktvermarktern und Verpflegungsständen auch für das leibliche Wohl gesorgt wird. Genutzt werden dabei unter anderem der Pfarrplatz, der Domplatz und der Hauptplatz in der Linzer Innenstadt. Abgerundet wird das Erntedankfest durch ein umfangreiches Rahmenprogramm. Von den Kindern, bis zu Oldtimer-Fans kommen alle auf ihre Kosten.
Noch anstehende Verkaufstage
25. und 26. Juni: Ortsgruppe Pilsbach
16. Juli: Ortsgruppe Vöcklamarkt/Pfaffing
24. Juli: Ortsgruppe Schwanenstadt
31. Juli: Ortsgruppe Fornach
04. bis 07. August: Bezirksvorstand Vöcklabruck
10. August: Ortsgruppe Frankenburg
14. August: Ortsgruppe Pöndorf
15. August: Ortsgruppe Frankenmarkt
18. September: Ortsgruppe Zell am Moos
24. September: Ortsgruppe Neukirchen
25. September: Ortsgruppe Desselbrunn


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