"Wir leben, was wir lehren"
BEZIRK. Elfriede Schweikhardt lebt für die Volkskultur und das Brauchtum. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Heidi Höniges gibt sie ihr Wissen an Volksschulkinder weiter.

Die Wankhamerin widmet sich seit ihrer frühen Kindheit dem Volkstanz. Schon in ihrer Familie wurde getanzt. Ihr Großvater war Gründungsmitglied des Vöcklabrucker Trachtenvereins d’Waldhörnler. Dort lernte sie selber von ihrem großen Vorbild Max Steiner das Tanzen. Seither hat sie diese Leidenschaft nicht mehr losgelassen.
Tanzen im Trockenraum
1994 startete sie im Trockenraum des damals recht neuen Poschenhofs eine Kindertanzgruppe. Unterstützt wurde sie dabei von der Hausmeisterin und vom Spielmann Max Steiner, der die Tanzgruppe mit seiner Steirischen Harmonika begleitete. „Wir waren damals lauter junge Familien im Poschenhof, mit ziemlich gleichaltrigen Kindern. 20 Kinder waren bei meiner ersten Gruppe dabei, von denen heute selber einige bei den Waldhörnlern im Vorstand aktiv sind“, berichtet Schweikhardt.
Mit der Heimat verwurzelt
Ihr ist es ein Herzensanliegen, dass das regionale Brauchtum in der schnelllebigen Zeit nicht in Vergessenheit gerät. „Brauchtum und Tanz verwurzeln uns mit unserer Heimat und machen uns bodenständig. Mein größtes Ziel ist es, das Erbe unserer Vorfahren an die nächste Generation weiterzuvermitteln“, erzählt die 59-jährige.
Projekt in zwölf Schulen
Im Projekt „Brauch und Tanz im Jahreskreis“ besuchen Elfriede Schweikhardt und Heidi Höniges zwölf Schulen in den Bezirken Vöcklabruck und Gmunden über das laufende Schuljahr verteilt. Einen Monat lang bringen sie im Rahmen ihres wöchentlichen Besuchs den Kindern Volkstanz und Brauchtum näher. Spielerisch werden Feste und Feiern im Jahreskreis gemeinsam erarbeitet. Erzählungen aus dem ländlichen und bäuerlichen Leben fließen in die Volkstänze und die Bewegungsspiele ein. „Ich habe die größte Freude, wenn ich sehe, wie die Kinder mitmachen, lachen und strahlen. Nach unserer Stunde sind sie aktiv und voller Energie“, schildert die selbstständige Volkstanztrainerin.
Gut für die Gehirnentwicklung
Alle Bewegungen, die über Kreuz gehen, fördern die Koordination und verbinden die rechte und linke Gehirnhälfte. Auch die mathematische und räumliche Wahrnehmung werden dadurch geschult. „Volkstanz hat enorm viel mit Mathematik zu tun. Vorwärts - rückwärts ist wie plus und minus. Das lernen die Kinder beim Tanzen ganz nebenbei und vor allem mit viel Freude“, erklärt Schweikhardt.
Sitztanzen für Senioren
Neben Kindern ist ihr auch die ältere Generation ein wichtiges Anliegen. Seit zehn Jahren bietet sie zweimal wöchentlich im Betreubaren Wohnen in Regau die Gruppe „Seniorentanz Plus“ an: „Wir tanzen dabei im Sitzen. Im Alter geht es darum, das Gehirn aktiv zu halten. Die Senioren müssen genauso koordinativ denken, die Bewegungen im Takt machen und bei einem Singstück sich zudem den Text merken. Sitztanzen ist eine aktive Demenzprävention.“
Vielfach geehrt
Für ihre Arbeit rund um die Erhaltung der Volkskultur wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit einem Konsulententitel und der Prof.-Hans-Samhaber-Plakette für Volkskultur. „Diese Würdigungen ehren und freuen mich natürlich sehr. Für mich ist es aber persönlich die größte Auszeichnung, wenn die Kinder Freude am Tanzen haben und sie sich der Volkskultur und ihrer Heimat dadurch verbunden fühlen“, so Elfriede Schweikhardt.
Volkstanz für ganz Kleine
Ihre Tochter Ann-Christin Holzinger hat aktuell in Oberregau mit einer Zwergerltanzgruppe im Kindergartenalter, zwischen drei und sechs Jahren, gestartet. Informationen unter: 0699 12191616


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