„Allen Religionen Wertschätzung zeigen“
SEEWALCHEN. Markus Himmelbauer, leitender Seelsorger in der Pfarre Seewalchen, wurde von Verfassungsministerin Karoline Edtstadler ins Nationale Forum gegen Antisemitismus berufen.

Himmelbauer war vor seinem Lebensabschnitt in der Pfarre zwei Jahrzehnte lang in Wien Geschäftsführer des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit. „Diese Initiative bringt die Kirchen und die jüdischen Gemeinden zusammen. Durch diese Tätigkeit zähle ich zu den anerkannten Experten und wurde von der Bischofskonferenz für die Kommission als Ersatzmitglied nominiert“, schildert Markus Himmelbauer.
Nationale Strategie gegen Antisemitismus
Das Forum gegen Antisemitismus ist beim Bundeskanzleramt angesiedelt und soll die Umsetzung der nationalen Strategie gegen Antisemitismus vorantreiben. Die Strategie umfasst 38 Ziele, die sich auf verschiedene Bereiche wie Bildung, Forschung, Sicherheit, Justiz, Integration und Zivilgesellschaft beziehen. Es treffen dort Vertreter öffentlicher Stellen, der Länder, der Parteien und Sozialpartner sowie nicht staatliche Organisationen zusammen.
Herabwürdigung aufgrund des Glaubens
Landläufig versteht man unter Antisemitismus eine Herabwürdigung und Verachtung jüdischer Menschen, weil sie Juden sind. Meist ist das verbunden mit einer Portion Verschwörungstheorie, die hinter allem in der Welt jüdische Intrigen und Geldgeber sieht. „Konkret geht es in der Kommission unter anderem darum, jüdisches Leben in Österreich abzusichern, die jüdische Kultur und die Friedhöfe zu erhalten und dem allem mit Wertschätzung zu begegnen“, erklärt der Seelsorger.
Jüdische Symbole in Regionalkirchen
In manchen Kirchen der Region finden sich jüdische Symbole, erklärt Himmelbauer: „In Attnang oder Altenhof finden wir den hebräischen Gottesnamen JHWH in der Kirche. Am höchsten Punkt der Vierung in der Puchheimer Basilika sowie in der Apsis in Weyregg findet sich ein siebenarmiger Leuchter. Und die Schwanenstädter Kirche hat einen Grundstein vom Ölberg. Es ist ein schönes Zeichen, dass das Fundament unseres Glaubens nicht in Rom, sondern in Jerusalem liegt.“


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