Bilanz 2022: Mit elf Verkehrstoten ist Bezirk Vöcklabruck trauriger Spitzenreiter
BEZIRK VÖCKLABRUCK/OÖ. 2022 kam es zu 80 tödlichen Unfällen in Oberösterreich. Trauriger Spitzenreiter ist dabei der Bezirk Vöcklabruck mit elf Todesopfern.

Seit 1961 werden die tödlichen Straßenverkehrsunfälle in Österreich erfasst. Durch den zunehmenden Mobilitätsgrad ereigneten sich beispielsweise in den 1970er Jahren (durchschnittliche Anzahl der jährlichen Unfälle aus dem Betrachtungszeitraum 1970 bis 1979) pro Jahr 343 tödliche Personenunfälle. Die voranschreitende technische Entwicklung, aber auch Gesetze wie beispielsweise die Gurtpflicht, hatten erheblichen Einfluss daran, dass das Unfallgeschehen seither deutlich reduziert werden konnte.
„Jeder tödlich verunglückte Verkehrsteilnehmer einer zu viel“
„Die Statistik bekräftigt ein geringes Niveau der Unfallzahlen im Straßenverkehr. Dennoch ist jeder tödlich verunglückte Verkehrsteilnehmer schlichtweg einer zu viel. Hinter den 80 tödlichen Unfällen verbirgt sich jede Menge Leid und Schmerz bei den trauernden Familien und Angehörigen“, so Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner.
Bezirksvergleich
Wenn man die Unfallzahlen eine Ebene tiefer auf die Bezirke herunterbricht, ist festzustellen, dass die Bezirke Linz Land mit neun tödlichen Unfällen, der Bezirk Braunau mit zehn und der Bezirk Vöcklabruck mit elf Todesopfern die traurigen Spitzenpositionen einnehmen. Den größten Steigerungssprung machte der Bezirk Linz Land. Hier kamen im Vergleich zu 2021 gleich acht tödliche Unfälle hinzu.
Die Bezirke Wels Land, Urfahr Umgebung, Steyr Land, Ried, Gmunden und Freistadt haben mit drei tödlichen Unfällen allesamt eine Reduzierung erzielen können. Der Bezirk Gmunden schaffte mit neun tödlichen Unfällen weniger, die deutlichste Verbesserung. Im Bezirk Perg kam es zu zwei tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmern. Das sind um sechs Personen weniger als im Jahr 2021. Die Statutarstädte Wels und Steyr hatten mit jeweils einem Todesopfer das geringste tödliche Unfallaufkommen im gesamten Land.
Getötete nach Fahrzeugart bzw. Verkehrsteilnahme
36 Personenkraftwagenlenker bzw. Insassen starben 2022 aufgrund eines Unfalls. Das entspricht rund 45 Prozent des Gesamtaufkommens. Danach bilden aber bereits die tödlichen Fahrradunfälle den zweitgrößten Anteil der Gesamtstatistik. Wie bereits im Vorjahr kam es zu 16 tödlichen Unfällen. Somit war jeder fünfte im Straßenverkehr tödlich Verunglückte in Oberösterreich mit dem Fahrrad unterwegs. Im Jahr 2022 starben deutlich weniger Motorradfahrer als noch im Vorjahr. Hier schlagen zwölf tödliche Verkehrsunfälle zu Buche. Jeweils fünf Fußgänger und Moped-Lenker erlagen ihren tödlichen Verletzungen. Weiteres ereigneten sich drei tödliche Lkw, ein Leicht-Kfz, sowie zwei sonstige tödliche Unfälle.
Vorläufige Hauptunfallursachen
Die vorläufigen Hauptunfallursachen zeigen eine Fokussierung auf drei große Bereiche. In rund 19 Prozent der sich ereigneten, tödlichen Unfälle war die nichtangepasste Geschwindigkeit die Ursache. Ein hoher Anteil an Vorrangverletzungen und Rotlichtmissachtungen kam heuer mit 29 Prozent sehr deutlich zum Vorschein. Der größte Bereich bildet die Ablenkung bzw. Unachtsamkeit, die mit rund 31 Prozent am gesamten Unfallgeschehen. In Summe sind diese Bereiche für 79 Prozent des tödlichen Unfallgeschehens ausschlaggebend.
„Besonders beim Thema Vorrangverletzungen, gesetzliche Missachtungen sowie Ablenkung wollen wir potenzielle Bildungslücken schließen. Durch Bewusstseinsbildung wollen wir einen wesentlichen Beitrag leisten, um die Verkehrssicherheit weiter zu stärken“, unterstreicht Landesrat Steinkellner.


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