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REGAU/SEEWALCHEN. Nach zweijähriger Pause können heuer wieder Faschingsbälle und -feste steigen, bei denen mehrere hundert Gäste, bei manchen sogar Besucherzahlen jenseits der tausend erwartet werden. Der organisatorische Löwenanteil wird dabei von Ehrenamtlichen in ihrer Freizeit gestemmt. Tips wirft einen Blick hinter die Kulissen einiger Faschingsevents.

Die Faschingswägen in Seewalchen sind kreativ gestaltet. (Foto: FF Seewalchen)
  1 / 4   Die Faschingswägen in Seewalchen sind kreativ gestaltet. (Foto: FF Seewalchen)

Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn, dazwischen gibt es oft nicht viel. Der Fasching scheidet die Geister, wie keine andere „Jahreszeit“. Während die einen die Flucht ergreifen, können es die anderen kaum erwarten, richtig Party zu machen. Dafür gibt es im Bezirk in den kommenden Tagen einige Gelegenheiten.

400 Gäste werden erwartet

Die Feuerwehr Regau veranstaltet seit 1999 ihr Faschingsgschnas, welches heuer am Freitag, 17. Februar im Feuerwehrhaus stattfindet. Zehn Personen umfasst das Kernteam, das für die Planung und Organisation verantwortlich ist. „Wir rechnen mit etwa 400 Gästen. 70 Personen helfen an drei Tagen zusammen, um das Fest auf die Beine zu stellen und unser Feuerwehrhaus hinterher wieder flottzumachen“, erzählt Christoph Staudinger, Kommandant der Feuerwehr Regau. Um die Besucher kulinarisch zu versorgen, ist ein entsprechender Großeinkauf notwendig. Rund 200 Paar Würstel, 17 Kilo Leberkäse und 120 Pizzen planen die Organisatoren ein. Und weil Feiern und Tanzen auch durstig machen, gibt es noch 850 Liter Bier, 70 Liter Sekt, fast 100 Liter Wein, 200 Liter antialkoholische Getränke und noch etliche Spirituosen für die Bar.

Getränke in Hektolitern

Die Feuerwehr Seewalchen, die am Faschingdienstag bereits den 37. Faschingsumzug im Ortszentrum veranstaltet, kalkuliert in noch größeren Dimensionen. „Für heuer erwarten wir etwa 1.500 bis 2.000 Personen“, schildert Festorganisator Bernd Mayrhofer. Das Seewalchner Planungsteam besteht aus drei Personen, beim Auf- und Abbau helfen etwa 30 Leute mit, am Fest selber arbeiten rund 70 Feuerwehrmitglieder und deren Angehörige. 1.500 Liter Bier, 2.000 Liter Antialkoholisches, ca. 260 Flaschen Spirituosen und 2.000 Fläschchen „Partyschnäpse“ kalkulieren die Veranstalter. 1.600 Paar Bratwürstel, 30 Kilo Leberkäse, dazu noch „Beilagen“ wie Brot, Sauerkraut oder Pommes helfen gegen akutes Magenknurren.

Achtköpfiges Planungsteam

Die Marktmusik Seewalchen veranstaltet seit 2016 einen Maskenball, der heuer am Samstag, 18. Februar im Kultursaal Seewalchen stattfindet. Das achtköpfige Team beginnt drei Monate im Voraus mit der Ballplanung; jeder ist dabei auf einen eigenen Arbeitsbereich spezialisiert. Beim Auf- und Abbau sowie beide der Veranstaltung arbeiten rund 80 Musiker mit. „Vor Corona war unser Ball gut besucht, sodass es auch schon mal enger auf der Tanzfläche und an der Bar wurde. Wir hoffen natürlich, dass es auch heuer wieder so ist. Eines unserer bisherigen Highlights war eine Gruppe Burschen, die als Touristen verkleidet ihre Liegestühle mitten auf der Bühne aufbauten, um sich von den Bühnenlichtern sonnen zu lassen,“ schmunzelt Lisa Sailer von der Marktmusik Seewalchen.

Kein Platz für Aggressionen

Wenn sich viele Menschen auf einen Fleck treffen, kann es zu zwischenmenschlichen Spannungen kommen. Für die Sicherheit der Gäste arbeiten die Veranstalter mit Securtiy Unternehmen zusammen. „Wir setzen grundsätzlich auf die Vernunft unserer Gäste. Rabiate Zeitgenossen, welche mit Alkohol nicht umgehen können, und dann vielen Leuten ein nettes Fest verderben, bleiben lieber daheim“, stellt Bernd Mayrhofer klar. Auch Christoph Staudinger erklärt: „Zum Glück hatten wir bisher noch wenige Zwischenfälle - auf Raufereien mit Polizeieinsatz verzichten wir gerne.“

Förderlich für die Gemeinschaft

Tagelange ehrenamtliche Arbeit, viele nehmen sich dafür sogar extra Urlaub - lohnt sich das? „Auf jeden Fall! Es ist schön zu sehen, wenn die Gäste fröhlich feiern, sich bei uns wohlfühlen und sich nach dem Fest schon wieder auf das nächste Jahr freuen“, betonen die beiden Feuerwehrfunktionäre einhellig. Der Auf- und Abbau fördert die Gemeinschaft und sorgt oft für Heiterkeit, wenn Tags darauf ungewöhnliche Fundstücke auftauchen, wie beispielsweise „batteriebetriebene Liebesspielzeuge“. Die Marktmusik Seewalchen fand beim Aufräumen einmal eine als Tresor dekorierte Waschmaschine im Ballsaal.

Faschingswägen machen den Umzug einzigartig

„Das Schönste am Fasching ist für uns die Freude und die Begeisterung, mit der alle dabei sind. Von den Helfern über die Gäste jeglichen Alters bis hin zu den teilnehmenden Gruppen am Umzug, die mit ihren Ideen und der Arbeit, die sie in die Umzugswägen stecken, unseren Faschingsdienstag in Seewalchen einzigartig machen“, so Bernd Mayrhofer und Lisa Sailer ergänzt: „Es freut uns, dass wir mit unserem Faschingsball so viele Besucher anziehen. Man merkt, dass es den Leuten Spaß macht, sich zu verkleiden und lustig zu sein.“


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