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VÖCKLABRUCK. Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung der Armut am Donnerstag, 17. Oktober, machte das Armutsnetzwerk am Wochenmarkt auf das oft verdrängte Thema Armut in Österreich aufmerksam.

Klostersuppe am Wochenmarkt (Foto: Armutsnetzwerk)
Klostersuppe am Wochenmarkt (Foto: Armutsnetzwerk)

Laut Statistik sind 16,9 Prozent der österreichischen Bevölkerung, das entspricht rund 1.529.000 Menschen, armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Das bedeutet, dass ihr Einkommen unter der Armutsgrenze liegt, sie erheblich materiell benachteiligt sind oder in Haushalten mit sehr geringer Erwerbsintensität leben. Besonders gefährdet sind Kinder (21 Prozent), Arbeitslose (57 Prozent), Alleinerzieherinnen (43 Prozent) sowie alleinstehende Frauen in Pension (33 Prozent). Menschen mit chronischen Erkrankungen sind oft zusätzlich stark belastet. Auch die hohen Wohnkosten stellen eine zunehmende Herausforderung dar: Die Zahl der Personen mit übermäßiger Wohnkostenbelastung stieg von 1,2 Millionen (13 Prozent) im Jahr 2022 auf 2,2 Millionen (22 Prozent). Österreich zählt zwar zu den wohlhabenden Ländern, doch die soziale Schere öffnet sich weiter. Die obersten fünf Prozent besitzen nahezu die Hälfte des gesamten Vermögens, während die untersten 50 Prozent gemeinsam nur vier Prozent halten.

Klostersuppe am Wochenmarkt

Als symbolische Aktion wurde am Wochenmarkt eine „Klostersuppe für alle“ verteilt, um auf die steigende Zahl jener aufmerksam zu machen, die auf kostenlose Essensausgaben, Sozialmärkte oder Tafeln angewiesen sind. „Wir brauchen mehr leistbaren Wohnraum und verstärkte Investitionen in den gemeinnützigen Wohnbau. In vielen Regionen Österreichs besteht hier noch großer Aufholbedarf. Zudem ist eine verbesserte Wohnbeihilfe und eine neue Mindestsicherung anstelle der unzureichenden Sozialhilfe dringend notwendig“, forderte das Armutsnetzwerk.


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