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AusWandern-Projekt startet in Frankenburg

Emma Salveter, 08.01.2026 14:43

FRANKENBURG. Auf die Spuren jener Menschen, die im 17. Jahrhundert ihre Heimat verließen, um ihren protestantischen Glauben zu bewahren, begibt sich die Würfelspielgemeinde Frankenburg im Sommer 2026. Geplant ist eine zweiwöchige Fußwanderung in die Oberpfalz.

Der Schloßberg von Sulzbürg mit evangelischer (rechts) und katholischer Pfarrkirche ist das Ziel von „AusWandern 2026“. (Foto: privat)

Der Bauernkrieg im Jahr 1626 hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die Landwirtschaft im Land ob der Enns. Während Tausende aufständische Bauern auf den Schlachtfeldern ihr Leben verloren, suchten mindestens ebenso viele ihr Heil in fremden Regionen. Sie packten das Notwendigste zusammen und wanderten mit Sack und Pack in vermeintlich sichere Gebiete Bayerns und Frankens aus. Rund 300 Landler-Familien wurden in der nahezu entvölkerten Grafschaft Sulzbürg aufgenommen, fanden dort eine neue Heimat und pflegen ihr Landlertum bis heute.

Zwei Wochen zu Fuß nach Sulzbürg

Rund 400 Jahre später machen sich im August 2026 auch die Teilnehmer der „Auswanderung 2026“ zu Fuß auf den rund 250 Kilometer langen Marsch nach Sulzbürg, das zwischen Regensburg und Nürnberg liegt. Der Start erfolgt am Freitag, 15. August 2026, in Frankenburg. Ziel ist die Kirchweih in Sulzbürg am Samstag, 29. August 2026.

Geplant sind zwölf bis 14 Tagesetappen mit einer Länge von bis zu 20 Kilometern. Für Quartiere und den Rücktransport ist gesorgt. Mehrere Begleitfahrzeuge begleiten die Wandergruppe und transportieren das Gepäck. Zudem besteht die Möglichkeit, erst später in die Wanderung einzusteigen, etwa nach einem Drittel oder nach zwei Dritteln der Strecke oder auch nur zur letzten Tagesetappe.

Die einheimischen Nachkommen der damaligen Exulanten holen die Auswanderer zu Beginn der letzten Etappe ab und begleiten sie auf dem Schlussteil des Weges, bevor gemeinsam die Kirchweih gefeiert wird.

Erinnerungskultur und Partnerschaftspflege

Würfelspiel-Obmann Michael Neudorfer und Initiator Ernst Aicher erläutern die Ziele des Projekts. Es handle sich nicht um eine Wallfahrt, sondern um den Versuch, die Wegstrecke der Auswanderer des 17. Jahrhunderts möglichst realitätsnah nachzuvollziehen. Darüber hinaus soll mit dem Projekt die junge Gemeindepartnerschaft zwischen Frankenburg und der Großgemeinde Mühlhausen in der Oberpfalz weiter gestärkt werden.

Voranmeldungen sind bis spätestens Donnerstag, 30. Jänner 2026, per E-Mail an michael.neudorfer@wuerfelspiel.at möglich. Im Februar ist ein Informationsabend für alle vorgemerkten Teilnehmer geplant.


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