Zwischen Tracht und Taktstock: 160 Jahre Blasmusik in Steinbach
STEINBACH. Ein Dorf und seine Musik: Die Blasmusik in Steinbach am Attersee feiert heuer ein Jubiläum mit jahrzehntelanger Geschichte.
Seit mittlerweile 160 Jahren prägt die Blasmusik das kulturelle Leben in Steinbach am Attersee. Was 1866 als kleine Dorfmusik begann, entwickelte sich über Generationen hinweg zu einer tragenden Säule des gesellschaftlichen Lebens – als klingende Dorfgeschichte, sozialer Treffpunkt und musikalisches Rückgrat der Gemeinde. Dieses Jubiläum steht nun im Mittelpunkt eines traditionsreichen Kapitels.
Die Anfänge einer Dorfmusik
Der Ursprung der Blasmusik in Steinbach reicht bis ins Jahr 1866 zurück. Damals war es der Volksschullehrer Karl Stadlmayer, der mit Schülern und jungen Steinbachern eine erste kleine Kapelle gründete. Stadlmayer, selbst Organist und musikalischer Visionär, legte damit den Grundstein für eine Entwicklung, die das Dorf über Generationen hinweg prägen sollte. Einer seiner Schüler, Johann Wolfsgruber, spielte bereits als Achtjähriger Horn – ein Detail, das das Gründungsjahr eindeutig festlegt.
Von Zivilkleidung zur Uniform
In den ersten Jahrzehnten musizierten die Steinbacher Musikanten noch in ziviler Kleidung. Erst 1906 erhielt die Ortsmusikkapelle ein einheitliches Erscheinungsbild, als sie sich dem neu gegründeten Veteranenverein anschloss.
In schwarzer Uniform und mit militärischer Disziplin wurde die Musik zu einem fixen Bestandteil kirchlicher und gesellschaftlicher Anlässe. Der Georgitag entwickelte sich zum wichtigsten Ausrückungstermin, und langsam begann auch ein geregelter Konzertbetrieb.
Tracht, Marsch und Neubeginn
Mit der Gründung des Trachtenvereins D“Schobastoana kam es 1931 zu einem markanten Wendepunkt. Die Uniformen wurden abgelegt, bodenständige Tracht hielt Einzug – und aus der Veteranenmusik wurde eine der ersten Trachtenmusikkapellen der Region. Unter Kapellmeister Josef Stadler erhielt die Kapelle sogar einen eigenen Marsch: Der „Schoberstonana-Marsch“ wurde 1934 eigens komponiert und der Dorfmusik gewidmet.
Stillstand, Rückkehr und Aufschwung
Der Zweite Weltkrieg brachte die musikalische Arbeit vorübergehend zum Erliegen. Der Neubeginn nach 1945 war schwierig, politische Hürden bremsten die Entwicklung. Doch mit Unterstützung von Gemeinde und Verein fand die Blasmusik wieder ihren Platz im Dorfleben. In den 1950er-Jahren erarbeitete sich die Kapelle hohes Ansehen rund um den Attersee, Konzertreisen und Wertungsspiele folgten. Auch ein Filmprojekt sowie eine neue Instrumentierung stärkten den musikalischen Anspruch.
Generationen und Gegenwart
Seit den 1970er-Jahren ging es für die Kapelle steil bergauf. Konzertreisen führten bis nach Deutschland und Zypern, wo fern der Heimat erstmals die Bundeshymne erklang. Die Frühlingskonzerte wurden zum Fixpunkt im Jahreskalender. Heute zählen die D“Schoba-stoana zu den etabliertestenMusikkapellen der Region.
Seit 2004 gibt Militärmusiker Alexander Stückler den Takt vor und verbindet Tradition mit frischem Schwung. Vereinsobmann ist Engelbert Hausleithner.
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